Immerhin sind die Kohlendioxidemissionen des Straßenverkehrs in der EU-27 seit 1990 um 28 Prozent gestiegen. Doch dieser Anstieg muss auch unter dem Gesichtspunkt gesehen werden, dass durch die Integration Osteuropas in den europäischen Wirtschaftsraum ein zusätzlicher Transportbedarf entstanden ist, was die Emissionen in die Höhe trieb.

CO2 im Straßenverkehr
CO2 im Straßenverkehr

Interessant ist hier ein Blick auf Deutschland. Denn hierzulande lagen die für 2006 ausgewiesenen Emissionen unter denen von 1990. Der Rückgang betrug gut drei Millionen Tonnen, nachdem 1999 noch ein Plus von gut 22 Millionen Tonnen zu Buche stand. In manchen anderen Industrieländern sind seit 1999 Sättigungstendenzen oder auch leichte Rückgänge zu beobachten, doch nur Deutschland unterschreitet den Wert von 1990.

Insgesamt werden dem Straßenverkehr in Deutschland Kohlendioxidemissionen von 145,5 Millionen Tonnen angelastet. Davon entfallen circa 100 Millionen Tonnen auf den Pkw-Verkehr. Der Lkw-Verkehr verursacht knapp über 40 Millionen Tonnen. Diese Emissionsentwicklung hat verschiedene Ursachen. So hat der technische Fortschritt im Fahrzeugbau den Durchschnittsverbrauch der Fahrzeugflotte gesenkt. Dieser Trend wird sich fortsetzen, denn der Fahrzeugbestand erneuert sich langsam. Das deutsche Durchschnittsauto ist knapp über acht Jahre alt, es stammt also noch aus der Zeit der Jahrtausendwende. Bis die seitdem erreichten Verbrauchsfortschritte Auswirkungen auf den Bestand haben, wird es also noch dauern. Ein anderer Aspekt könnte der Tanktourismus sein, der vor allem im Nutzfahrzeugbereich eine Rolle spielt.

Doch die reinen Emissionszahlen sind nur eine Seite der Medallie, wenn die Entwicklung im Straßenverkehr bewertet werden soll, denn die auf den Straßen abgewickelte Verkehrsleistung hat sich im Zeitraum zwischen 1990 und 2006 kräftig erhöht. Die Summe aus geleisteten Personen- und Tonnenkilometern wuchs um gut 67 Prozent. Mit anderen Worten: Die Effizienz des Straßenverkehrs hat sich deutlich erhöht, da dieses starke Wachstum mit leicht gesunkenen Kohlendioxidemissionen zusammenfällt. Misst man die Effizienzentwicklung, indem man die abgewickelte Verkehrsleistung pro emittierter Tonne Kohlendioxid ausweist, ergibt sich folgendes Bild: Im betrachteten Zeitraum ist eine Effizienzsteigerung um 71 Prozent zu beobachten. Es fällt auf, dass es eine Sprungstelle am Anfang des Beobachtungszeitraumes gibt. Normiert man das Effizienzmaß auf 1991, so bleibt eine Effizienzsteigerung von knapp 40 Prozent über. Seit Mitte der neunziger Jahre steigt das Effizienzmaß kontinuierlich an. Mit der Trendwende der Emissionsmenge im Jahr 1999 kommt es zu einer Beschleunigung der Effizienzverbesserungen. Aufgrund der zeitlichen Verzögerung bei der Verbreitung neuer Technologien im Fahrzeugbestand ist zudem damit zu rechnen, dass sich die erfreuliche Entwicklung noch einige Jahre fortsetzen wird.

Dieser Trend sollte ferner durch ordnungspolitische Rahmensetzungen weiter gefördert werden. Mit der beschlossenen Umstellung der Kraftfahrzeugsteuer auf Kohlendioxid als Bemessungsgrundlage wurde ein Schritt in diese Richtung gemacht. Damit wird ein langfristig sicherer Rahmen geschaffen, der seine volle Wirksamkeit aber erst ab 2013 entfalten kann, wenn der Fahrzeugaltbestand in die Kohlendioxidbesteuerung überführt werden soll.

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