Ursprungsquellen für die Verschmutzung der weltweit dreckigsten Städte
Ursprungsquellen für die Verschmutzung der weltweit dreckigsten Städte

An anderen Orten auf der Welt sieht das jedoch ganz anders aus. Vor allem in China und den Staaten auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion leiden viele Menschen unter zum Teil erheblichen Belastungen des Trinkwassers, der Luft und des Bodens.

Eine Studie des New Yorker Blacksmith Institutes hat nun die 30 schmutzigsten Städte der Welt ermittelt. Grundlage für diese Untersuchung war eine Datenbank mit den Daten zu rund 400 Städten, die im Vorfeld als potenzielle Kandidaten nominiert wurden. Für die endgültige Auswahl wurden dann verschiedene Kriterien herangezogen und gewichtet. So ermittelte man zunächst, welche Stoffe in den jeweiligen Städten ausgestoßen werden, wie umweltschädlich diese Stoffe wirken und in welchen Mengen sie freigesetzt werden. Ebenso wurde betrachtet, wie gefährlich diese Verschmutzungen für den Menschen sind und schließlich wie viele Menschen durch diese Umweltverschmutzung tatsächlich gefährdet werden.

Ein Schwerpunkt der so identifizierten Städte liegt in Asien. Hier befinden sich zwölf der 30 Städte – sechs davon allein in China. Ebenfalls überproportional betroffen sind die Staaten der ehemaligen Sowjetunion mit insgesamt zehn Städten, von denen sechs in Russland liegen. In Lateinamerika befinden sich sechs der 30 dreckigsten Städte und in Afrika immerhin noch zwei. Insgesamt sind allein in diesen 30 Städten über 40 Millionen Menschen unmittelbar von gravierender Umweltverschmutzung betroffen.

Die Gründe für die hohe Verschmutzung sind sehr unterschiedlich. Mit sechs Fällen waren die Folgen des Bergbaus besonders häufig Ursache für die starke Umweltverschmutzung der Städte. Zwei dieser sechs Städte befinden sich in Peru. Besonders betroffen ist die peruanische Andenstadt Oroya, in der seit Jahrzehnten verschiedene Metalle abgebaut werden. Als Folge des Abbaus und der Weiterverarbeitung lassen sich erhöhte Bleiwerte im Blut von über 99 Prozent aller Neugeborenen der Stadt sowie eine stark erhöhte Kindersterblichkeit feststellen. Weitere Verschmutzungsquellen sind große Industriekomplexe wie beispielsweise in der aserbaidschanischen Stadt Sumgayit, die bereits zu Sowjetzeiten einer der größten Industriestandorte der Sowjetunion war und damals pro Jahr über 100.000 Tonnen hochgiftiger Emissionen in die Luft blies. Allgemeine Luftverschmutzung und Smog sind in ebenfalls fünf Städten für die hohe Belastung verantwortlich.

Eine besonders hohe Luftverschmutzung weist die chinesische Stadt Linfen auf. Die Ursachen liegen sowohl im Straßenverkehr als auch in den Industrieanlagen der Stadt. Als Reaktion auf die gehäuft auftretenden Fälle von Lungenkrebs, Bronchitis und Lungenentzündung plant die Stadt die Schließung von rund 160 Gießereien. In immerhin vier Fällen werden die Emissionen der petrochemischen Industrie für die starke Umweltverschmutzung verantwortlich gemacht, ebenso viele Städte sind aufgrund der Folgen der Metallindustrie besonders verschmutzt und gesundheitsgefährdend. Seltener rührt die Umweltverschmutzung aus den Folgen der Waffenherstellung, aus den Strahlungen nuklearer Materialien, wie beispielsweise in Tschernobyl, oder aus nahe der Stadt gelegenen Abfalldeponien, wie es in Dandora in Kenia der Fall ist.

Die Studie des Blacksmith Institutes zeigt allerdings auch, dass in vielen Städten das Problembewusstsein gestiegen ist und mittlerweile auch Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Um die gravierenden Umweltprobleme in den Griff zu bekommen, ist allerdings häufig die Hilfe der internationalen Gemeinschaft nötig. So hat die Weltbank beispielsweise ein Projekt in Sumgayit initiiert, in dem eine Industrieanlage saniert werden soll, die mit über 1.500 Tonnen Quecksilber verseucht ist.

www.blacksmithinstitute.org/wwpp2007/finalReport2007.pdf