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Für Unternehmen ist es wichtig, Schwankungen im Netz und die Gefahr von Stromunterbrechungen so gering wie möglich zu halten. Wie sehr die Unternehmen auf Strom angewiesen sind, wurde im November den Einwohnern von New York beim Wintersturm Athena nach dem Hurrikan Sandy deutlich vor Augen geführt.

Für die Energieversorgung spielen politische Entscheidungen in Deutschland und auf europäischer Ebene eine wichtige Rolle. Deutschland wird die Energiewende noch entschlossener angehen müssen, und mit der verabschiedeten EU-Energieeffizienzrichtlinie sind Vorgaben zur Verringerung des Energieverbrauchs um jährlich 1,5 Prozent verknüpft. In Deutschland soll versucht werden, dieses Ziel freiwillig zu erreichen. Zudem wird ein wachsender Anteil von Emissionszertifikaten versteigert.

Dies führt unmittelbar bei Anlagenbetreibern und mittelbar über die Preise für Strom zu einer Erhöhung der Energiekosten. Ebenso preistreibend wirkt für das Gros der Unternehmen und für alle privaten Haushalte die deutlich gestiegene Umlage aufgrund des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Nicht zuletzt wird die Bundestagswahl Einfluss darauf haben, wie in Zukunft die Förderung der erneuerbaren Energien ausgestaltet sein wird.

Die herausragende Rolle des Energiethemas für die Wirtschaft ergibt sich aus der ersten Befragung des IW-Umweltexpertenpanels in diesem Jahr. An der aktuellen Befragungswelle beteiligten sich 184 Umweltexperten der Wirtschaft, davon 109 aus Unternehmen und 65 aus Wirtschaftsvereinigungen.

Gegenüber den Befragungen in vergangenen Jahren wurden die vorgegebenen Themen in dieser Befragungswelle stellenweise verändert. Dennoch ist zu erkennen, dass die Klimapolitik als eigenes Thema deutlich hinter die Energiefragen zurücktritt. Indirekt ist es jedoch von hoher Bedeutung, denn der Emissionshandel, die Förderung erneuerbarer Energien und damit auch wesentliche Komponenten der Energiepreise gehen auf Gesetze zum Klimaschutz zurück. In den kommenden Jahren ist wieder ein stärkeres Interesse an den Themen Klimawandel und Klimaschutz zu erwarten.

Auch die offenen Antworten beziehen sich zu einem großen Teil auf die Energieversorgung in den Zeiten der Energiewende. Energiethemen sind für die meisten Branchen des Produzierenden Gewerbes, aber auch für die Landwirtschaft, für den Bergbau und für Finanzdienstleister prioritär. An eine Anpassung an erwartete Klimaveränderungen denkt man in der Nahrungsmittelindustrie, aber auch in der Feinmechanik, welche für Schutz- und Anpassungsmaßnahmen benötigte Mess- und Steuerungsinstrumente herstellt.

Im Schatten des Energiethemas haben materialbezogene Themen in den letzten Jahren spürbar an Bedeutung gewonnen. Dies bezieht sich etwas stärker auf die Kreislaufwirtschaft als auf die Rohstoffeffizienz. Die Kreislaufwirtschaft berührt die meisten Industriebranchen. Im Handel spielt dagegen derzeit die Rohstoffeffizienz eine hervorgehobene Rolle. Bedeutsam sind aber auch regulatorische Maßnahmen, darunter die geplante Ersatzbaustoffverordnung, bei der umstritten ist, ob Produktionsrückstände, die in anderen Unternehmen weiter verarbeitet werden, gesetzlich wie Abfall behandelt werden.

Für betroffene Unternehmen vor allem der chemischen Industrie ist die EU-Chemikalienverordnung REACH noch immer ein großes Thema, da die Registrierung für Stoffe mit einem Herstellungsvolumen zwischen 100 und 1.000 Jahrestonnen gegenwärtig läuft. Dennoch wurde sie vielerorts von den Energiethemen verdrängt.

Themen wie der Lärmschutz, die Ökodesign-Richtlinie, Industrieemissionen und Luftreinhaltung sowie die Biodiversität sind nur für eine geringe Zahl von Unternehmen und Branchen von Bedeutung. Sie zeigen jedoch, wie vielfältig die Wirtschaft mit Umweltfragen konfrontiert ist.