Dort bestimmt bei derzeit 20 Produktgruppen das jeweils energieeffizienteste Modell, wie viel Energie ein Produkt desselben Typs in Zukunft verbrauchen darf. Man erhofft sich dadurch, die Dynamik zu sparsameren Modellen per Gesetz zu beschleunigen.

Eine Stärkung des Energiesparens durch die Politik könnte aber auch mit Kennzeichnungen wie dem erfolgreichen europäischen Energielabel geleistet werden. Bei Kühlschränken ohne Gefrierfach sind beispielsweise die Vorgaben für das EU-Label der Kategorie A deutlich strenger als die Top-Runner-Vorgaben. Diese Geräte müssten nur schneller die vorhandenen Altgeräte ersetzen. Auch stellt sich grundsätzlich die Frage, ob allein das Kriterium der Energieeffizienz maßgeblich sein soll. Das während seiner Nutzung energieeffizienteste Modell muss nicht das schlechthin umweltverträglichste sein. Hier wären auch die Recyclingfähigkeit des Produkts oder die Verwendung nachwachsender Rohstoffe zu berücksichtigen. Ferner ist zu klären, inwieweit der verminderte Energieverbrauch zu lasten der Funktionalität des Produkts geht. Des Weiteren ist zu untersuchen, in welchem Verhältnis die Mehrkosten in der Produktion bzw. der höhere Kaufpreis zur eingesparten Energie steht: Wie sind die Maßnahmen vor dem Hintergrund von Lebenszykluskosten zu beurteilen, und wie hoch liegen im Vergleich zu anderen Maßnahmen die Vermeidungskosten für CO2?

Fragen dieser Art können durch einen Automatismus, für den der Top-Runner-Ansatz steht, nicht mehr individuell angegangen werden. Deswegen wird er vom federführenden Bundeswirtschaftsministerium und von der Generaldirektion Transport und Energie der EU-Kommission nicht angestrebt. Gesucht werden flexiblere Instrumente und ein definierter Zeithorizont, der für die produzierenden Unternehmen klarere Rahmenbedingungen setzt. Die Vielfalt an Produkten und Märkten in den 25 Ländern der EU würde die Einführung eines solchen Programms überdies sehr viel schwerer machen als in Japan.

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