Umwelt- und energiepolitische Wahlprogramme
Umwelt- und energiepolitische Wahlprogramme

Die Aufnahme von umwelt- und nachhaltigkeitsbezogenen Themen in die Wahlprogramme erfolgt auf unterschiedliche Art und Weise. Abgesehen von dem ungleichmäßigen „Umweltanteil“ im Gesamtwahlprogramm der Parteien und den verwendeten Begriffen unterscheiden sich die Umweltprogramme erwartungsgemäß auch inhaltlich:
Ökosteuer. Während sich die SPD in der vergangenen Wahlperiode für die Ökosteuer stark gemacht hatte, nimmt sie das Thema diesmal nicht in ihr Wahlprogramm auf. Sie erwähnt lediglich, dass in ihrer Regierungsverantwortung die ökologische Steuerreform durchgesetzt wurde. Das Wahlprogramm von CDU/CSU beinhaltet keine Aussage zu diesem Thema. Im Vorfeld des Wahlprogramms wurde jedoch diskutiert, die Ökosteuer zunächst noch beizubehalten, auch wenn die CDU/CSU sie langfristig abschaffen möchte. Bündnis 90/Die Grünen als Verfechter der Ökosteuer fordern eine Weiterentwicklung der ökologischen Finanzreform und die Reduzierung der Ausnahmen für Großverbraucher. Eine Erhöhung der Mineralölsteuer halten sie hingegen nicht für sinnvoll. Die FDP plädiert für einen Abbau der Ökosteuer. Gegenwärtig sei jedoch die große Steuerreform vorrangig.
Kernenergie. SPD und Grüne wollen den Atomausstieg wie geplant fortführen. Dagegen bezeichnet die Union den Ausstieg aus umweltpolitischer und technologischer Sicht als verheerend und fordert bei Gewährleistung des größtmöglichen Sicherheitsniveaus längere Laufzeiten für die Kraftwerke. Die FDP plädiert dafür, unter Berücksich- tigung von Entsorgungs-, Sicherheits-, Versorgungs- und Klimafragen die Option für die künftige Nutzung der Kernenergie offen zu halten. 
Erneuerbare Energien. Die Regierungsparteien möchten die erneuerbaren Energien weiterhin unterstützen und ausbauen. Die SPD will die Energieerzeugung aus Biomasse verstärkt fördern. Die Grünen beabsichtigen, ein Gesetz zur Förderung regenerativer Wärmegewinnung zu schaffen, Offshore-Windparks ans Netz zu bringen und den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion bis 2020 auf 25 Prozent zu steigern. Auch die Union möchte erneuerbare Energien fördern, will aber die zum Teil sehr hohen Subventionen reduzieren. Der Anteil der regenerativen Energien am gesamten deutschen Stromverbrauch soll laut CDU/CSU-Wahlprogramm mindestens 12,5 Prozent erreichen. Die Liberalen fordern in der Energiepolitik eine Weiterentwicklung der Nutzung von erneuerbaren Energien, einen konsequenten Abbau von staatlichen Regulierungen und Subventionen sowie mehr Wettbewerb und die Ersetzung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes durch ein „Modell marktwirtschaftlicher Förderung durch Mengensteuerung“.