Umweltmanagement
Umweltmanagement

Seit einiger Zeit geht die Zahl der Teilnehmer vor allem im EMAS-Vorreiterland Deutschland zurück. Noch 2002 befanden sich über 2.660 von insgesamt 3.900 zertifizierten Unternehmen in Deutschland. Derzeit sind 1.479 Organisationen an 1.913 Standorten in Deutschland EMAS-registriert. Europaweit richten derzeit 3.325 Organisationen an 4.800 Standorten ihr Umweltmanagementsystem nach EMAS aus. Als mögliche Gründe des Teilnehmerrückgangs gelten vor allem hohe Bürokratiekosten, fehlende Anreize, fehlende internationale Akzeptanz und die Existenz von Konkurrenzsystemen, insbesondere dem internationalen Umweltmanagementsystem nach ISO-14001. In der Tat ist im Vergleich zu EMAS eine zunehmende Zahl an ISO-Zertifizierungen zu beobachten. Während zu Beginn des Jahres 2004 weltweit 61.287 Unternehmen und davon 4.150 in Deutschland ISO-zertifiziert waren, betrug die Zahl im Januar 2006 weltweit 103.583 und fast 5.100 in Deutschland.

Kleine und mittlere Unternehmen haben einen Löwenanteil an den EMAS-Registrierungen in Deutschland. So haben zwei Drittel aller registrierten Organisationen weniger als 250 Beschäftigte, darunter der größte Teil 50 bis 100 Mitarbeiter. Großunternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten machen 20 Prozent aus.

Im laufenden Jahr hat die Europäische Kommission die Anforderungen an das Umweltmanagement aus der privatrechtlichen ISO-Norm 14001:2004 in EMAS (Teil A des Anhangs I der Verordnung) aufgenommen. Damit ist für die Teilnahme an EMAS die Existenz eines Umweltmanagementsystems nach ISO 14001:2004 erforderlich. Auch Unternehmen, die sich an EMAS beteiligen und kein ISO-Zertifikat besitzen, haben die neuen Anforderungen zu erfüllen. Für die bereits in EMAS eingetragenen Organisationen ist nach der Verordnung eine Übergangsregelung vorgesehen. Die Erfüllung der neuen Anforderungen ist bei der nächsten Begutachtung zu überprüfen. Erfolgt die nächste Begutachtung aber früher als sechs Monate nach dem Inkrafttreten der Verordnung, kann die Frist bis zur nächsten EMAS-Begutachtung um sechs Monate verschoben werden. Durch diese neue Anpassung bezweckt die Europäische Kommission vor allem eine deutliche Verbesserung der Kompatibilität von EMAS und dem ISO-Umweltmanagementsystem. Dadurch wird ein EMAS-Umstieg für die ISO-zertifizierten Organisationen erleichtert.

Die Europäische Kommission hat im Zusammenhang mit EMAS noch eine weitere Entscheidung getroffen, welche auf eine offizielle Anfrage von Deutschland im EMAS-Regelungsausschuss zurückgeht. So ist die Verwendung des EMAS-Logos auf Transport- und Drittverpackungen wie Tragetaschen, Paletten und Transportbehältern nun erlaubt. Da aber nach wie vor die Anwendung des EMAS-Logos auf Produkten oder ihren Verpackungen nicht zulässig ist, soll bei der Verwendung des EMAS-Zeichens auf Transport- oder Drittverpackungen eine Verwechslung mit der Produktwerbung vermieden werden. Es muss mit einem Zusatztext neben dem EMAS-Zeichen klargestellt werden, dass sich das Logo lediglich auf den zertifizierten Betrieb und nicht auf die Verpackung und den Inhalt der Verpackung bezieht.

ec.europa.eu/environment/emas/about/participate/sites_en.htm

www.ihk-ffo.de/res.php?id=2245

www.uga.de/downloads/EMAS_AKTUELL_no_9_2006.pdf

www.ecology.or.jp/isoworld/english/analy14k.htm