Wie sich diese Änderungen auf den langsamen, aber kontinuierlichen Rückgang der Teilnehmerzahl im EMAS-Vorreiterland Deutschland auswirken werden, bleibt abzuwarten.Eine Änderung betrifft die Anforderungen an kleine und mittlere Organisationen. Diese Teilnehmer brauchen, falls bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, nun ihre Umwelterklärung statt bisher jährlich nur noch alle zwei Jahre aktualisieren. Die Validierung der kompletten Umwelterklärung durch einen Gutachter soll jetzt alle vier statt bisher alle drei Jahre erfolgen. Angesichts des großen Anteils der kleinen und mittleren Unternehmen an den EMAS-Registrierungen in Deutschland ist diese Erleichterung positiv zu bewerten.

Eine weitere Erneuerung bezieht sich auf die Berichterstattung. In der Umwelterklärung müssen nun Angaben zu Kernindikatoren gemacht werden, die die Umweltleistung der Organisation in Schlüsselbereichen wie Energie- und Materialeffizienz, Wasser, Abfall, Emissionen und biologische Vielfalt betreffen. Dies ist dann nicht erforderlich, wenn eine teilnehmende Organisation die Indikatoren für ihre direkten Umweltbelange nicht als wesentlich einstuft. Bisher gab es zwei unterschiedliche Versionen des EMAS-Logos, die sich durch die Zusätze „geprüftes Umweltmanagement“ und „geprüfte Informationen“ unterschieden. Um mehr Klarheit zu schaffen, wird es nach EMAS III nur noch das EMAS-Logo mit dem Zusatz „geprüftes Umweltmanagement“ geben. Die Verwendung dieses Logos auf Produkten und deren Verpackungen ist jedoch wie bisher untersagt. Dies wurde durch das Europäische Parlament entgegen des Votums von Deutschland und einigen anderen Mitgliedstaaten sowie der Präferenz der EU-Kommission beschlossen. Eine weitere wichtige Änderung bezieht sich auf die Erweiterung des räumlichen Geltungsbereiches (Global EMAS). Nun können sich auch Organisationen außerhalb der Gemeinschaft an EMAS beteiligen. Der Einfluss dieser Erweiterung ist jedoch wegen der hohen Akzeptanz der internationalen ISO-Norm 14001 als gering einzuschätzen.

www.emas.de

Nachhaltigkeit
IW-Nachricht, 8. September 2016

Nachhaltigkeit Jeder zehnte Euro für den UmweltschutzArrow

Das Bundesumweltministerium kämpft für mehr Nachhaltigkeit und möchte der deutschen Umweltpolitik mehr Mitspracherecht geben. Doch die Wirtschaft ist der Politik mehrere Schritte voraus. Das Produzierende Gewerbe gibt bereits heute jeden zehnten Euro seiner Investitionen für den Umweltschutz aus. Mehr Bürokratie birgt die Gefahr einer Abwanderung – zum Schaden von Wirtschaft und Umwelt. mehr

Sustainable Development Goals – Freiheit ermöglicht Nachhaltigkeit
IW-Kurzbericht, 26. August 2016

Dominik Enste Sustainable Development Goals – Freiheit ermöglicht NachhaltigkeitArrow

Einer aktuellen Studie von UN Global Compact und Accenture (2016) zufolge sind für etwa 50 Prozent aller Unternehmenschefs Unternehmen die wichtigsten Akteure, um die Nachhaltigkeitsziele der UN zu erreichen. Denn Innovationskraft und Kreativität sind genauso gefragt wie mehr Effizienz und kostenbewusster Umgang mit knappen Ressourcen. Voraussetzung dafür ist unternehmerische Freiheit. Dies kann erklären, warum die Erreichung der Sustainable Development Goals (SDGs) der UN stark von der unternehmerischen Freiheit abhängt (Enste, 2015). mehr