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Dass durch Beratungen weitere Verbesserungen in der Wirtschaft möglich sind, denkt man auch in der Politik und in der Wissenschaft und meint dabei vor allem kleine und mittlere Unternehmen. Kostenlose oder kofinanzierte Beratungsangebote und Informationsmaterialien sollen den Einstieg und die weitere Verbesserung beispielsweise im Bereich der Energie- und Materialeffizienz erleichtern und dabei unter anderem die Suchkosten so klein wie möglich halten.

Die Deutsche Materialeffizienzagentur demea bietet hierzu auf ihrer Internetseite einen Materialeffizienz-Selbstcheck für Unternehmen an. Nach der Beantwortung von 13 inhaltlichen Fragen und weiteren Angaben zum Unternehmen wird ein geschätzter Wert in Euro für Einsparungsmaßnahmen errechnet. Außerdem erhält der Nutzer für neun Unternehmensbereiche eine Bewertung zum aktuellen Stand der Materialeffizienz im Ampeldesign und einige Handlungsempfehlungen.

Die Verbreitung von Informationsangeboten erfolgt häufig über sogenannte Multiplikatoren. Dies sind vor allem Vereinigungen der Wirtschaft. Rund ein Drittel der Teilnehmer des IW-Umweltexpertenpanels sind Vertreter solcher Wirtschaftsvereinigungen, darunter Kammern und Verbände sowie regionale Vereinigungen. In der vierten Befragungswelle des Expertenpanels im Jahr 2012 thematisierte eine Frage jene Informations- und Beratungsangebote, und zwar in zweierlei Hinsicht: Zum einen wurde erhoben, welche Angebote dieser Art gemacht werden, und zum anderen, wie sie angenommen werden.

Die Antworten zeigen eindeutig, dass das Umweltrecht die meiste Aufmerksamkeit erfährt: Es gibt hierzu am meisten Angebote, und sie werden auch am häufigsten als hilfreich bewertet. Dabei spielen Informationsmaterialien eine etwas größere Rolle als Informationsveranstaltungen. Unternehmen haben ein Interesse daran, rechtzeitig über Novellierungen von Gesetzen und Verordnungen informiert zu werden, ohne selbst kontinuierlich in Gesetzesanzeiger und Gesetzestexte blicken zu müssen. Hier leisten Wirtschaftsvereinigungen eine wertvolle Arbeit, indem sie diese Novellen sorgfältig sichten, interpretieren und die Folgen für Unternehmen kommunizieren.

Daten zu Umweltzustand und -veränderungen – beispielsweise zum Klimawandel – könnten ebenso gesammelt und verbreitet werden, vor allem durch regionale Vereinigungen. Dies geschieht bereits auch, doch das Interesse an diesen Daten steht noch deutlich hinter dem Angebot zurück. Vermutlich fühlen sich Unternehmen über Umweltbelange an ihrem Standort hinreichend gut informiert, und nur Änderungen etwa von Hochwassergefahren führen zu einer neuen Suche nach aktuellen Informationen. Veranstaltungen zu diesen Themen werden noch seltener angeboten als Informationsmaterialien, und sie stoßen bei Unternehmen ebenfalls auf eine recht geringe Resonanz.

Knapp die Hälfte der befragten Wirtschaftsvereinigungen organsiert Schulungen, beispielsweise für Umweltbeauftragte. Diese Schulungsangebote werden auch wahrgenommen, erreichen aber nicht den Beliebtheitsgrad der Informationen zum Umweltrecht. Einige Wirtschaftsvereinigungen bemühen sich zudem, die Markttransparenz bei Weiterbildungsangeboten im Umweltbereich zu erhöhen. Diesem Angebot kommt jedoch eine recht geringe Bedeutung zu, auch im Hinblick auf die Unternehmen, an die sich diese Leistung richtet.

Schließlich wurden die Vertreter von Kammern und Verbänden über Zugänge zu Beratern für Umweltschutz, Energie- und Materialeffizienz gefragt. Häufiger als die Verbesserung der Transparenz auf diesem Markt ist die Vermittlung von Beratern durch die Wirtschaftsvereinigungen. Sie können hier als Türöffner fungieren. Diese Angebote werden aber zurückhaltender angenommen als Schulungsangebote. Die Antworten bestätigen die häufig beobachtete Skepsis von Unternehmen gegenüber Beratungen im eigenen Hause. Ihnen liegt es mehr, Wissen über Informationsmaterialien, Veranstaltungen und Schulungen auf dem Stand zu halten. Ganz bedeutungslos ist die Unterstützung von Beratungen jedoch nicht, auch wenn dadurch nicht die Mehrheit der Unternehmen erreicht wird.