Umwelt und Nachhaltigkeit Image

Diese Berichte werden als geeignetes Informations- und Kommunikationsinstrument angesehen, um interne und externe Stakeholder bezüglich der ökonomischen, ökologischen und sozialen Leistungen im Unternehmen zu informieren und gleichzeitig den Weg für einen erfolgreichen Dialog zu ebnen. Unternehmen bekennen sich dadurch zum Leitbild der Nachhaltigkeit und signalisieren verantwortungsbewusstes Verhalten gegenüber ihren Anspruchsgruppen. Glaubwürdige und transparente Berichte über Umwelt- und Nachhaltigkeitsaktivitäten helfen, Vertrauen zu schaffen, gesellschaftliche Akzeptanz und Reputation auszubauen und das eigene Image zu verbessern. Ebenso können sie eine Profilierung am Markt unterstützen.

Auch aus den Auswertungen der aktuellen Befragung des IW-Umweltexpertenpanels lässt sich ein breites Spektrum von Beweggründen der Unternehmen für eine Umwelt- oder Nachhaltigkeitsberichterstattung erkennen.

Für die Mehrheit der befragten Umweltexperten sind die Berichte an erster Stelle für Image und Reputation des Unternehmens wichtig. An zweiter und dritter Stelle werden Kunden und Mitarbeiter genannt. Überdies zeigt die Befragung auch die hohe Bedeutung der Banken und Investoren (62 Prozent) sowie der Politik und Verwaltung (56 Prozent) als mögliche Adressaten für die Berichte. Im Mittelfeld rangieren Medien, Lieferanten und Versicherungen. Im Vergleich hierzu werden jedoch die Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichte für die ökonomisch bedeutsamen Faktoren wie Kosteneinsparungen, Wettbewerbsvorteile, öffentliche Aufträge oder Optimierung von internen Prozessen nur selten als bedeutsam eingestuft. Mit rund 20 Prozent Zustimmung steht die Bildung und Forschung an letzter Stelle der Bewertungsskala der befragten Umweltexperten. Nur 3 Prozent der Befragten stufen die Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichte für sich als nicht wichtig ein oder lehnen diese aus Kostengründen ab.

Neben der Frage nach Motiven und Adressaten erfahren Fragen nach der Harmonisierung und Form der Berichterstattung eine zunehmende Aufmerksamkeit. Aufgrund der Freiwilligkeit der Nachhaltigkeitsberichte und des fehlenden Regelwerks gibt es seit langer Zeit Bestrebungen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene, durch inhaltliche und strukturelle Harmonisierung und Standardisierung die Transparenz und Glaubwürdigkeit der Berichte zu erhöhen und so ein Benchmarking von Berichten zu ermöglichen. Beispielsweise forderte zuletzt der deutsche Rat für nachhaltige Entwicklung eine europäische Vereinheitlichung. Eine große Aufmerksamkeit und Resonanz erfahren diesbezüglich die international anerkannten Richtlinien und Indikatorkataloge der Global Reporting Initiative (GRI). Zahlreiche Unternehmen orientieren sich bereits an diesen GRI-Guidelines.

Die Formfrage beinhaltet vor allem zwei Hauptkomponenten: (1) Ist eine „separate“ oder eine „integrierte“ Berichterstattung sinnvoll? Das heißt, sollen die separaten Umwelt- und Sozialberichte in den Geschäftsbericht integriert werden oder nicht? Trotz der erhöhten Komplexität und inhaltlich-strukturellen Anforderungen bieten die integrierten Lösungen einen zusammenhängenden Gesamtüberblick und berücksichtigen die Interdependenzen zwischen den einzelnen Berichtselementen. Mit Blick auf ein umfassendes Konzept der betrieblichen Nachhaltigkeit halten daher auch rund 48 Prozent der Umweltexperten eine integrierte Berichterstattung für sinnvoll. (2) Ist eine schriftliche oder eine internetbasierte Berichterstattung sinnvoll? Rund 61 Prozent der Befragten halten eine internetbasierte Berichterstattung, aber nur jede Dritte eine schriftliche Version für sinnvoll. Im Vergleich zur schriftlichen Variante ermöglicht eine internetbasierte Lösung beispielsweise Online-Diskussionen, eine Dynamisierung der Berichterstattung und eine stärkere Einbindung der relevanten Stakeholder in die Prozessgestaltung und Weiterentwicklung der Dokumente. Zudem haben sie eine größere Reichweite. Daher wurde diese Form von der Mehrzahl der befragten Umweltexperten der Wirtschaft bevorzugt.

Pläne der EU-Kommission: Auch wir müssen mehr recyceln
Gastbeitrag, 1. Dezember 2016

Adriana Neligan in der Alternativen Kommunalpolitik Pläne der EU-Kommission: Auch wir müssen mehr recycelnArrow

Deutschland recycelt derzeit offiziell 64 Prozent seiner Siedlungsabfälle und ist damit Spitzenreiter in Europa, schreibt IW-Ökonomin Adriana Neligan in der Zeitschrift Alternative Kommunalpolitik. Allerdings wird hier auch Abfall als recycelt gewertet, der verbrannt wird. Die EU-Kommission will in Zukunft nur noch solche Abfälle als recycelt ansehen, die auch tatsächlich wiederverwertet werden. mehr

Nachhaltigkeit
IW-Nachricht, 8. September 2016

Nachhaltigkeit Jeder zehnte Euro für den UmweltschutzArrow

Das Bundesumweltministerium kämpft für mehr Nachhaltigkeit und möchte der deutschen Umweltpolitik mehr Mitspracherecht geben. Doch die Wirtschaft ist der Politik mehrere Schritte voraus. Das Produzierende Gewerbe gibt bereits heute jeden zehnten Euro seiner Investitionen für den Umweltschutz aus. Mehr Bürokratie birgt die Gefahr einer Abwanderung – zum Schaden von Wirtschaft und Umwelt. mehr

Sustainable Development Goals – Freiheit ermöglicht Nachhaltigkeit
IW-Kurzbericht, 26. August 2016

Dominik Enste Sustainable Development Goals – Freiheit ermöglicht NachhaltigkeitArrow

Einer aktuellen Studie von UN Global Compact und Accenture (2016) zufolge sind für etwa 50 Prozent aller Unternehmenschefs Unternehmen die wichtigsten Akteure, um die Nachhaltigkeitsziele der UN zu erreichen. Denn Innovationskraft und Kreativität sind genauso gefragt wie mehr Effizienz und kostenbewusster Umgang mit knappen Ressourcen. Voraussetzung dafür ist unternehmerische Freiheit. Dies kann erklären, warum die Erreichung der Sustainable Development Goals (SDGs) der UN stark von der unternehmerischen Freiheit abhängt (Enste, 2015). mehr