Naturwissenschaftliche Kenntnisse im Umweltbereich
Naturwissenschaftliche Kenntnisse im Umweltbereich

Die Publikation analysiert die Bereiche naturwissenschaftliches Verständnis, Lernbereitschaft und Interesse an Umweltthemen einerseits sowie Verantwortungsbewusstsein bezüglich Umweltproblemen und Optimismus hinsichtlich klimatischer und umweltbedingter Entwicklungen in den kommenden Jahren andererseits.Im Rahmen dieser Studie wurden 400.000 Schüler in 57 Ländern befragt. Die Bestnote A im Bereich Umweltwissenschaften wurde durchschnittlich von jedem fünften Schüler innerhalb der OECD-Länder erzielt. In Taiwan, Hongkong und Finnland war dies sogar bei jedem dritten Schüler der Fall. Note D wurde für ein Mindestniveau an Verständnis und Interesse vergeben, welches notwendig sei, um zu kompetenten Bürgern heranzuwachsen, die in zunehmendem Maße mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert werden. Jeder sechste der befragten Schüler in OECD-Ländern ist diesem Mindestanspruch jedoch nicht gerecht geworden. Finnland belegt hier eine Vorreiterposition mit gerade einmal einem von sechzehn Schülern, der Leistungen unterhalb der Mindestanforderungen zeigte. Mexiko schafft es innerhalb der Mitgliedsländer am schlechtesten, Schülern Umweltkenntnisse zu vermitteln. Deutschland liegt in diesem Vergleich knapp oberhalb des OECD-Durchschnitts, mit einem Viertel der Schüler im sehr guten Bereich und nur jedem siebten Befragten unterhalb der Mindestanforderungen. Damit haben die deutschen Schüler hier sogar besser abgeschnitten als die Teilnehmer in Frankreich, Großbritannien oder Schweden. Zwei von drei deutschen Schülern berichten, mit Themen wie Luftverschmutzung, Artensterben oder Wasserknappheit vertraut zu sein. Die Kenntnisse von Atommüll hingegen fallen schwächer aus, und bezüglich gentechnisch veränderter Organismen fühlt sich in allen OECD-Ländern allein ein Drittel ausreichend informiert. Hinsichtlich der Entwicklung in den nächsten 20 Jahren vermuten deutsche Schüler eine Verschlechterung in allen genannten Bereichen und sind insgesamt weniger optimistisch als der OECD-Durchschnitt. Interessanterweise besteht zwischen den erzielten Punkten im Wissensteil und dem Optimismus hinsichtlich der Zukunftsentwicklung ein negativer Zusammenhang. Schlechte Noten gingen also oft mit einer positiven Zukunftseinstellung einher. Die Ergebnisse offenbaren insgesamt eine Kluft zwischen den Geschlechtern. In den westlichen Industrieländer zeigen Jungen deutlich bessere Ergebnisse im Bereich der naturwissenschaftlichen Kenntnisse als Mädchen, in anderen Regionen der Erde wie beispielsweise in Thailand oder Jordanien liegen die Mädchen hingegen deutlich vorn. Deutschland zeigte innerhalb der OECD-Länder mit 3,5 Prozent die größten Leistungsunterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern. In Frankreich und den USA betrug der Unterschied nur knapp ein Prozent. Indes weisen Mädchen mehr Verantwortungsgefühl bezüglich Umweltproblemen, aber weniger Optimismus für eine verbesserte Zukunft auf. Es wird insgesamt festgehalten, dass das Interesse an Umweltthemen unter Schülern zwar stark ausgeprägt ist, konkretes Wissen fehlt jedoch oft: Weniger als die Hälfte der Teilnehmer war in der Lage, zumindest eine Quelle für sauren Regen zu nennen, wobei „Autoabgase“ und „Fabrikemissionen“ als Antworten genügten.

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