Der erste Grenzwert legt fest, dass eine Konzentration von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3) Umgebungsluft an maximal 18 Stunden im Jahr überschritten werden darf. Der andere Grenzwert limitiert die Konzentration im Jahresdurchschnitt auf 40 µg/m3 Umgebungsluft. Wie schon bei der Einführung der Feinstaubgrenzwerte werden viele Städte schwer mit den neuen Vorgaben zu kämpfen haben.

Die vorliegenden Messdaten deuten darauf hin, dass mit flächendeckenden Überschreitungen des Grenzwertes zu rechnen ist. Das stellte ein erhebliches Problem dar, denn inzwischen wurde höchstrichterlich festgestellt, dass betroffene Bürger die Einführung von Maßnahmen einklagen können, die geeignet erscheinen, die Grenzwerte langfristig einzuhalten. Das Hauptproblem wird die Einhaltung des Jahresdurchschnittswertes sein. In Deutschland wird die NO2-Belastung flächendeckend erfasst. Im Jahr 2008 waren 426 Stationen in Betrieb, die NO2-Konzentrationen in der Umgebungsluft erfassen, darunter 169 Messstationen, die an wichtigen Verkehrswegen aufgestellt sind. Aufgrund der vorliegenden Messdaten lässt sich vorhersagen, dass die beiden NO2-Grenzwerte in ihrer Wirkung recht unterschiedlich sein werden. Der Stundengrenzwert wurde im Jahr 2008 an gerade einmal neun Messpunkten in Deutschland überschritten. Der Jahresmittelwert hingegen wurde an 89 Stationen nicht eingehalten. Alle Überschreitungen wurden an verkehrsnahen Stationen im städtischen Gebiet registriert. Tatsächlich sind an über 50 Prozent aller Verkehrsmessstationen Überschreitungen des NO2-Jahresgrenzwertes registriert worden, sodass man von einem flächendeckenden Problem sprechen kann.

Vor diesem Hintergrund sind auch die vielen neuen Umweltzonen zu sehen. Zudem lassen mit Berlin und Hannover zwei Städte sogar nur noch Autos mit grüner Plakette in ihre Umweltzonen. Auch die Verschärfungen sind mit Blick auf die neuen NO2-Grenzwerte sinnvoll, denn eigentlich sind sich alle Experten einig, dass diese Grenzwerte erst dann eingehalten werden können, wenn der Fahrzeugbestand radikal erneuert wurde. Dabei werden die Autofahrer kaum um die Anschaffung von Neufahrzeugen herumkommen, denn anders als beim Feinstaub, sind Nachrüstsysteme für ältere Fahrzeuge wirtschaftlich kaum darstellbar.

www.umweltbundesamt.de/umweltzonen/index.htm

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