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Während der World Giving Index (WGI) der Charities Aid Foundation ein Ranking in Bezug auf drei verschiedene Formen der Wohltätigkeit, wie Hilfsbereitschaft, Geldspenden und ehrenamtliche Tätigkeiten, im internationalen Vergleich von 153 Ländern liefert, bildet der IW Regulierungsindex mit über 100 quantitativen und qualitativen Einzelvariablen ein breites Spektrum von Regulierungen für 28 OECD-Staaten ab. Mit dem Index wird auf einer Skala von 0 bis 100 Regulierungen auf Arbeits-, Produkt-, und Kapitalmärkten sowie in den Bereichen Bildung und Innovation Rechnung getragen. Zusätzlich wird die Qualität des institutionellen Rahmens berücksichtigt, um effiziente von ineffizienten Regulierungen abzugrenzen.

Bei der Analyse des Zusammenhangs zwischen dem World Giving Index und dem IW-Regulierungsindex zeigt sich eine starke negative Korrelation zwischen dem Ausmaß an Regulierung und der Bereitschaft zu wohltätigem Handeln der Bevölkerung (siehe Abbildung). Je größer das Ausmaß der Regulierung in einem Staat, desto weniger engagieren sich die Bürger mit Spenden und Co.

Dieser Zusammenhang kann als ein Indiz dafür angesehen werden, dass ein zu hohes Maß an ineffizienten Regelungen und Institutionen die Vertragsfreiheit der Marktteilnehmer unnötig einschränkt und sie von selbstmotiviertem wohltätigen Handlungen abhält. Eine geringere individuelle wirtschaftliche Freiheit geht mit einem verringerten individuellen Handlungsspielraum auch zum mitverantwortlichen Handeln einher – auch wenn dieses Handeln durchaus im Sinne der Gesellschaft wäre.

Im internationalen Vergleich von 28 OECD-Staaten liegt Deutschland sowohl in Bezug auf das Ausmaß ineffizienter Regulierungen als auch in der Bereitschaft zu wohltätigem Handeln im Mittelfeld. An den beiden Enden der Trendlinie befinden sich Neuseeland und Griechenland. Während Griechenland mit einem Regulierungsindex von 66 Punkten über zahlreiche ineffiziente staatliche Eingriffe in die freie Wirtschaft verfügt, ist Neuseeland einer der Staaten mit einer anhaltend geringen Regulierungsdichte. Zugleich ist die Bereitschaft zu wohltätigem Handeln in Griechenland äußerst gering, während die Neuseeländer sogar im weltweiten Vergleich unter den Top 5 der wohltätigsten Menschen zu finden sind. Natürlich wird die Spendenbereitschaft von vielen weiteren Faktoren mitbeeinflusst, aber der institutionelle Rahmen spielt offensichtlich ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Bereitschaft der Menschen, Mitverantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen. Umso wichtiger ist das Werben für eine Kultur der Mitverantwortung.

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