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Die Ergebnisse einer Langzeitstudie basierend auf Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) zeigen: Ältere Menschen spenden in Deutschland deutlich höhere Beträge und öfter als jüngere. Dies ist aber nicht nur in Deutschland der Fall. Laut einer Umfrage der Charities Aid Foundation besteht der Zusammenhang zwischen Alter und Spendenverhalten in den vergangenen Jahrzehnten weltweit (siehe Abbildung). In Großbritannien stammt bereits mehr als die Hälfte aller Spenden von über 60-Jährigen. In Deutschland steigt Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge mit jedem Lebensjahr die Spendenbereitschaft um 0,6 Prozentpunkte an.

Die Ursachen für die altersbedingten Unterschiede werden häufig auf die generationenspezifischen Erfahrungen zurückgeführt. So begründet die Charities Aid Foundation die höhere Spendenbereitschaft im Alter unter anderem mit sogenannten Kohorteneffekten: Personen, die während und gegen Ende des Zweiten Weltkrieges geboren wurden, haben demnach eine stärkere Bereitschaft, anderen Menschen in Not zu helfen, da sie zu großen Teilen in ihrem eigenen Leben bereits Erfahrungen mit Armut gemacht haben.

Eine weitere Ursache für die Unterschiede besteht in den unterschiedlich hohen verfügbaren Einkommen und Vermögen der Generationen: Während die Einkommenssituation in der mittleren Lebensphase durch größere Ausgaben etwa für den Hausbau und durch hohe Aufwendungen für die eigene Familie gekennzeichnet ist, verfügen Menschen in späteren Lebensphasen meist über ein höheres Vermögen. Somit können sich ältere Menschen oft ein freigiebiges Spendenverhalten leisten.

Zudem erscheint die Spendenbereitschaft der älteren Generationen aufgrund des demografischen Wandels meist größer als sie ist: Wächst der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung, so steigt der Anteil älterer Spender gegenüber den Jüngeren auch dann an, wenn das Spendenverhalten unter den Generationen gleich verteilt ist.

Doch auch unter Berücksichtigung dieser Einflussfaktoren bleiben generationenspezifische Kohorteneffekte auf das Spendenverhalten nachweisbar. So stellt sich die Frage, wie sich das Spendenaufkommen nach dem Lebensende der freigiebigeren Generationen entwickeln wird. Die Charities Aid Foundation sieht ein Problem für den Spendensektor, wenn sich das Spendenverhalten der jüngeren Generationen nicht ändert. Laut DIW bleibt es zudem unsicher, ob künftige Generationen im Alter über ebenso viel Einkommen verfügen werden, wie dies heute der Fall ist. Vielleicht bietet die Zunahme der „indirekten“ Spenden (siehe Seite 2) ja die Chancen auf eine Kompensation.