In diesem Zusammenhang hat die Kommission vor kurzem auch einen Verordnungsentwurf zur Reduzierung von Standby- und Leerlaufverlusten vorgelegt, der als erste Durchführungsmaßnahme gilt. Die EU-Kommission hat diese Verordnung bereits am 17. Dezember 2008 verabschiedet, seit dem 7. Januar 2009 ist sie in Kraft. Nach dieser Regelung darf ein Elektrogerät im Standby-Zustand ab 2010 1 Watt und ab 2013 nur noch 0,5 Watt Energie verbrauchen. Durch den Fokus auf die Standby-Zustände werden allerdings die Potenziale zur Reduzierung des Energieverbrauchs von Elektrogeräten im Aktivmodus vernachlässigt. Weitere Durchführungsmaßnahmen zu einzelnen Produkten sind geplant.

Bisher sind die ökonomischen und ökologischen Effekte der Ökodesignrichtlinie und der darauf aufbauenden Durchführungsmaßnahmen noch weitgehend offen. Zudem stehen Erfahrungen über die Praxistauglichkeit noch aus. Trotzdem plant die Europäische Kommission die Erweiterung der Ökodesignrichtlinie. Bereits Ende Oktober 2008 hatte die Kommission den Geltungsbereich um zehn weitere Produktgruppen wie etwa Klimaanlagen und Gefriergeräte ergänzt.

Nun sollen in einem weiteren Schritt nicht nur energiebetriebene Produkte, wie Fernseher, Monitore, Ladegeräte, Rechner oder Telefone, sondern darüber hinaus auch energieverbrauchsrelevante Produkte durch die Ökodesignrichtlinie erfasst werden können. Diese Produkte zeichnen sich nach dem EU-Vorschlag dadurch aus, dass deren Nutzung den Energieverbrauch in irgendeiner Weise beeinflusst und sie in der Europäischen Union in Verkehr gebracht und oder in Betrieb genommen werden. Darunter sollen beispielsweise Fenster oder Dämmmaterialien fallen, aber auch Wasserhähne oder Duschköpfe. Durch diese Begriffsbestimmung wird allerdings nicht ausreichend geklärt, um welche Produkte und Produktgruppen es konkret gehen soll. Eine klare Abgrenzung ist jedoch notwendig, um die Regulierung der Ökodesignrichtlinie auf die wirklich wichtigen Produkte beschränken zu können.

Ökodesignrichtlinie| PDF