Für diesen Rückgang lassen sich verschiedene Gründe anführen. So ist die diesjährige Hurrikansaison im Golf von Mexiko ruhig verlaufen. Die Befürchtung, es könnte durch Wirbelstürme wieder zu Engpässen bei den amerikanischen Raffinerien kommen, hat sich nicht bewahrheitet. Gleichzeitig hat sich die politische Situation im Nahen Osten etwas beruhigt, die Energienachfrage ist niedriger als erwartet und die Öl-Vorräte der USA sind gut gefüllt. Die deutlich gestiegenen Preise gingen in Deutschland mit einem Absatzrückgang von Ölprodukten einher. Zwischen August 2005 und Juli 2006 ist der Absatz von Mineralölprodukten gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Prozent gesunken. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 117,9 Millionen Tonnen in Deutschland abgesetzt – gegenüber 118,1 Millionen Tonnen in der Vorjahresperiode.

Ob jedoch neben den Verkaufsmengen auch der tatsächliche Verbrauch von Mineralöl zurückgegangen ist, steht auf einem anderen Blatt. Schaut man sich den Mineralölabsatz in Deutschland etwas genauer an, so fällt auf, dass der Rückgang vor allem auf die gesunkene Nachfrage nach Autokraftstoffen zurückzuführen ist. So ging der Verkauf von Diesel um 0,2 Prozent zurück, bei Ottokraftstoffen war es sogar ein Minus von 7,2 Prozent. Auch der Absatz von Rohbenzin ist um 2 Prozent gesunken. Im gleichen Zeitraum wurden jedoch 4,6 Prozent schweren Heizöls, 5,4 Prozent leichten Heizöls und 5,6 Prozent Flugturbinenkraftstoff zusätzlich verkauft.

Die geringere Nachfrage nach Autokraftstoffen bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Bundesbürger in dem Maße auch weniger Auto gefahren sind. Ebenso kann davon ausgegangen werden, dass der grenznahe Tanktourismus durch die gestiegenen Preise weiter zugenommen hat. Das macht sich auch bei den grenznahen Tankstellen in Deutschland bemerkbar, die in den letzten Jahren bis zu 60 Prozent Umsatzeinbußen verzeichnet haben. Der entstehende Schaden für den deutschen Fiskus wird auf bis zu 2,7 Mrd. Euro pro Jahr geschätzt.

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