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Eine Verbesserung der Materialeffizienz kann Preis- und Versorgungsrisiken senken und Umweltwirkungen bei der Rohstoffgewinnung und -verarbeitung verringern. Sie wird von der Politik angestrebt und unterstützt, und zwar mit Informationsangeboten, der Förderung von Effizienzberatungen und durch Kredithilfen. Gerade niedrigschwellige Angebote wie Informationsmaterial stoßen in Unternehmen auf Interesse, wie eine Studie des IW Köln zeigt. Gegenüber Beratungen verhalten sich hingegen viele Unternehmen reserviert. Je stärker Unternehmen an der Verbesserung ihrer Materialeffizienz arbeiten, desto eher ziehen sie auch in Erwägung, sich beraten zu lassen, denn in ihren Bemühungen stoßen sie auf Hindernisse, die sie nicht leicht allein überwindenden können.

Gegenüber der Energieeffizienz liegt in Unternehmen das Thema Materialeffizienz ein wenig zurück. Nach der Befragung des IW-Umweltexpertenpanels im Januar 2014 ist in gut 46 Prozent der Unternehmen die Energieeffizienz ein Thema mit höchster Priorität, in rund 42 Prozent der Unternehmen die Materialeffizienz. Unternehmen, in denen die Energieeffizienz eine sehr niedrige Priorität hat, sind noch seltener als Unternehmen mit einer sehr geringen Priorität für die Materialeffizienz. Generell unterstützen sich die beiden Ansätze wechselseitig. Wer sich um einen effizienten Einsatz der Energie bemüht, sorgt sehr oft auch für eine Verbesserung des Materialeinsatzes.

Rund drei Viertel der befragten Unternehmen geben an, in den beiden vergangenen Jahren Maßnahmen zur Erhöhung der Materialeffizienz durchgeführt zu haben (Abbildung). Für große Unternehmen ist ihre Verbesserung auch in der Praxis ein Dauerthema. Der Prozentsatz für geplante Maßnahmen in den beiden kommenden Jahren liegt etwas darunter und der für die weitere Zukunft ist noch etwas niedriger. Die Bedeutung des Themas geht in den Unternehmen aber nicht unbedingt mit der Zeit zurück, denn der Blick in die Vergangenheit ist naturgemäß klarer als der in die Zukunft. Zudem ist es sehr gut denkbar, dass gerade die weit verbreiteten kleinen Verbesserungen keinen Vorlauf von mehr als einem Jahr haben und auch sonst nur kurze Schatten vorauswerfen.

Die Steigerung der Materialeffizienz wird zumeist durch kleine Schritte befördert und sehr viel seltener durch größere Umstellungen. Das Vorgehen in kleinen Schritten wird in den Unternehmen dieser Befragung mehr als dreimal häufiger genannt als größere Veränderungen wie die Einführung neuer Verfahren oder die Ersetzung eines Materials. Dies dürfte vor allem auf kleine Optimierungen am Prozess zur Verringerung von Ausschuss und Verschnitt zutreffen. Gut ein Fünftel der Unternehmen versucht zudem, ein quantifiziertes Materialeffizienzziel zu erreichen, und kontrolliert dieses auch.

Biebeler, Hendrik / Schmitz, Edgar
Materialeffizienzberatung – Welche Unternehmen kann sie erreichen?
IW-Trends, 40. Jg., Heft 4, S. 19–31

Bericht

Hendrik Biebeler: IW-Umweltexpertenpanel 2013 – Umwelt- und Energiepolitik im Meinungsbild der Wirtschaft

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