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In einer vom Bundesumweltministerium und vom Umweltbundesamt geförderten Studie untersuchte das Institut der deutschen Wirtschaft Köln die Bedingungen für die Materialeffizienz, die Aktivitäten sowie die Hemmnisse und deren Überwindung. Die Datengrundlage lieferte eine Befragung von knapp 1.800 Unternehmen im Herbst 2012. Die in der Befragung erhobenen Aktivitäten wurden zu einem Materialeffizienzaktivitätsindex, kurz: MEAX, zusammengefasst. Der Index setzt sich aus Merkmalen zu vier Bereichen zusammen (Anteile am Index in Klammern): dem Stellenwert der Materialeffizienz im Unternehmen (10 Prozent), allgemeinen Rahmenbedingungen wie ein aktueller Wissensstand, ein betriebliches Vorschlagswesen und ein Managementsystem (30 Prozent), die Messung des Materialverbrauchs und die Untersuchung von Einsparpotenzialen (30 Prozent) sowie die Umsetzung durch Aktivitäten zur Erschließung dieser Potenziale (30 Prozent). Betrachtet man die Umsetzungsaktivitäten im Einzelnen, lässt sich eine herausragende Bedeutung der Vermeidung von Ausschuss und Verschnitt feststellen.

Erwartungsgemäß erreichen die Unternehmen verschiedener Branchen recht unterschiedliche MEAX-Werte. Dabei wäre mit 100 Punkten das Maximum erreicht, mit 0 Punkten die absolute Inaktivität bei der Materialeffizienz beschrieben. Besonders viel geschieht in der Branche „Glas, Keramik, Steine und Erden“. Ihre Unternehmen erhalten im Schnitt über 60 Punkte. Stark sind aber auch die Nahrungsmittelindustrie, die Chemie, die Metallindustrie und der Fahrzeugbau. Für die Unternehmen des Produzierenden Gewerbes ergibt sich ein Durchschnittswert von 48,1, für die Dienstleister ein Mittelwert von 31,6, also etwa ein Drittel weniger als die produzierenden Unternehmen. Unter den Dienstleistungsbranchen erweisen sich Verkehr und Logistik, Gastgewerbe und Großhandel als besonders aktiv bei der Verbesserung ihrer Materialeffizienz, während in den Bereichen Information und Kommunikation sowie Kreditwesen und Versicherungen hierfür kaum Ansatzpunkte gesehen werden. Aber auch hier gibt es Unternehmen, die sich mehr bemühen als ihre Wettbewerber. Aber nicht nur die Branche beeinflusst die Materialeffizienzaktivitäten von Unternehmen. Positiv, wenn auch nicht sehr stark, wirken sich auch die Größe aus, der Materialkostenanteil, Massenfertigung, Forschungsaktivitäten und Auslandsbezug. Darüber hinaus ist die Messung des Verbrauchs eine wichtige Bedingung für Umsetzungsaktivitäten.

Hendrik Biebeler
Steigerung der Materialeffizienz in Unternehmen – Bedingungen, Aktivitäten, Hemmnisse und ihre Überwindung
IW-Analysen Nr. 98, Köln 2014, 88 Seiten, 18,90 Euro
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28. September 2016

Industriestruktur Starke M+E-IndustrieArrow

Die Metall- und Elektro-Industrie ist das Herz des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland. Über 3,9 Millionen Mitarbeiter erwirtschafteten dort – einschließlich Stahlerzeugung – 2015 einen Umsatz von etwa 1,1 Billionen Euro. Damit stellt die M+E-Industrie 65 Prozent aller Industriebeschäftigten und vereint 63 Prozent der Industrieumsätze auf sich. mehr auf iwd.de

Industrielle Arbeitskosten im internationalen Vergleich
IW-Trends, 20. September 2016

Christoph Schröder Industrielle Arbeitskosten im internationalen VergleichArrow

Die Arbeitskosten des westdeutschen Verarbeitenden Gewerbes beliefen sich im Jahr 2015 auf 40,90 Euro je Arbeitnehmerstunde. Damit liegt Westdeutschland an sechster Stelle des 44 Länder umfassenden Arbeitskostenvergleichs des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und hat gegenüber dem Durchschnitt der fortgeschrittenen Industrieländer um fast ein Viertel höhere Arbeitskosten zu tragen. mehr

Duma-Wahl
IW-Nachricht, 16. September 2016

Duma-Wahl Die russische Wirtschaft wiederbeleben Arrow

Am Sonntag finden in Russland die Parlamentswahlen statt. Wie auch immer sich die russische Duma danach zusammensetzt, sind die Herausforderungen für die Volksvertreter enorm: Vor allem müssen sie der russischen Wirtschaft wieder auf die Beine helfen – keine leichte Aufgabe, denn die Probleme sind gravierend und tiefgreifende Strukturreformen sind notwendig. mehr