Lebenszufriedenheit Image

Zahlreiche Faktoren beeinflussen die Lebenszufriedenheit und tragen zu einem glücklichen Leben bei, wie die Glücksforschung zeigt. Dazu zählen auf individueller Ebene Gesundheit, Job, Freunde, Partner, Kinder und auch das Einkommen. Analysen auf Länderebene zeigen darüber hinaus, welchen Einfluss neben dem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf – sprich dem materiellen Wohlstand – auch immaterielle Faktoren haben. Wie wirkt sich das Vertrauen der Menschen innerhalb einer Gesellschaft, das Vertrauen in staatliche Institutionen und in die Wirtschaft auf die Lebenszufriedenheit aus? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Vertrauen und Glück?

Korrelationen zwischen der Lebenszufriedenheit und dem IW-Vertrauensindex können dafür einige Hinweise geben. Der IW-Vertrauensindex umfasst 20 europäische Länder im Hinblick auf das Vertrauen ihrer Bevölkerung in das politische System, das Wirtschaftssystem und das Gesellschaftssystem von 2000 bis 2014, basierend auf Befragungsdaten und Statistiken. Sowohl im Gesamtranking als auch in den einzelnen Bereichen belegen Dänemark, Schweden und Finnland in wechselnder Reihenfolge die Spitzenpositionen. Auch die Schlusslichter sind meist dieselben: Griechenland landet stets auf dem letzten Platz und Italien, Portugal und die Slowakische Republik auf den Plätzen davor. Deutschland konnte sich seit dem Jahr 2000 um zwei Plätze auf Rang 7 in der Gesamtwertung verbessern. Im Bereich Gesellschaftssystem kommt Deutschland aktuell auf Platz 9, im Bereich Vertrauen in das Wirtschaftssystem auf Platz 4 und im Bereich Vertrauen in das politische System auf Platz 6. Diese erstmals so zusammengefassten Vertrauensdaten werden nun mit der Lebenszufriedenheit in diesen Ländern verglichen. Die Lebenszufriedenheit wird aus Befragungen zur individuellen Zufriedenheit mit dem eigenen Leben erfasst.

Abbildung 3 zeigt den Zusammenhang zwischen dem in einem Land vorherrschenden Vertrauen und der Lebenszufriedenheit seiner Bevölkerung. Jene Länder, die an der Spitze des Vertrauensindex liegen, zeichnen sich durch eine besonders hohe Lebenszufriedenheit aus. Im Umkehrschluss gilt, dass in Ländern mit geringem Vertrauen die Lebenszufriedenheit der Bevölkerung geringer ist, so zum Beispiel in Griechenland und Portugal. Ob Vertrauen tatsächlich für Lebenszufriedenheit sorgt oder ob zufriedenere Menschen mehr vertrauen, lässt sich auf Basis dieser Untersuchung nicht sagen. Aber der Zusammenhang zeigt, wie wichtig Vertrauen nicht nur für Wohlstand und Wachstum, sondern auch für das Wohlbefinden der Menschen sein kann.

Ein kausaler Zusammenhang von Vertrauen und Einkommen konnte mit Hilfe des Sozio-oekonomischen Panels geklärt werden: Wer mehr vertraut, verdient nach einiger Zeit auch mehr. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob sich Vertrauen tatsächlich immer lohnt – ganz gleich, in welchem Umfeld man sich befindet. Stavrova et al. (2015) zeigen, dass Vertrauen nur in Ländern mit hohem Sozialkapital, das heißt u.a. generalisiertem Vertrauen zwischen den Bürgern, belohnt wird. In dieser Studie wird die Einkommenshöhe von misstrauischen Menschen in verschiedenen Ländern untersucht und gezeigt, dass diese in prosozialen Gesellschaften weniger verdienen als vertrauende Personen. In einer antisozialen Umgebung hingegen verdienen sie gleich viel oder sogar mehr als ihre vertrauensseligeren Mitbürger. Also lohnt sich vertrauen allein nicht. Das Umfeld muss ebenso mitspielen.

IW policy paper

Dominik H. Enste / Marie Möller: IW-Vertrauensindex 2015 – Vertrauen in Deutschland und Europa

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Digitale Technologien ermöglichen die Flexibilisierung von Arbeitsort und Arbeitszeit und vergrößern damit den Spielraum für ein selbstbestimmtes Arbeiten. Die IW-Beschäftigtenbefragung 2015 bestätigt, dass mobiles Arbeiten in der Tat mit mehr Zeitsouveränität im Job einhergeht. Die Arbeitszufriedenheit von Beschäftigten, die mobil arbeiten, ist auch aus diesem Grund signifikant höher als die ihrer Kollegen, die nie mobil arbeiten. mehr

7. September 2016

Interview zu Führungskompetenz „Vorsicht vor Speichelleckern“Arrow

Der Ex-Personalvorstand der Telekom, Thomas Sattelberger, gilt als Koryphäe für Fragen guter Unternehmensführung. Im iwd-Interview benennt er die drei größten Fehler, die Führungskräfte machen können. mehr auf iwd.de

6. September 2016

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