Unionswähler sind glücklicher Image

Betrachtet man die Wähler unterschiedlicher Parteien, stellt man fest, dass sich diese stark unterscheiden: So sind Wähler der CDU/CSU im Durchschnitt älter als die anderer Parteien, Wähler der FDP und der Grünen verfügen über ein höheres Einkommen und die SPD wird überproportional von Facharbeitern gewählt. Auch hinsichtlich der Lebenszufriedenheit gibt es deutliche Unterschiede, wie eine Analyse der Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) von 1984 bis 2012 zeigt: Generell sind Wähler glücklicher als Nichtwähler. Darüber hinaus zeigen die Daten, dass CDU/CSU-, FDP-, SPD- und Grünen-Wähler im gesamten Beobachtungszeitraum eine höhere Zufriedenheit empfinden als Wähler extrem rechter und linker Parteien. Die durchschnittliche Lebenszufriedenheit eines CDU/CSU-Wählers – gemessen anhand einer Skala von 0 bis 10 – liegt bei knapp 7,4, die eines SPD-Wählers dagegen nur bei knapp 7,1. Die Lebenszufriedenheit eines FDP-Wählers und die eines Wählers von den Grünen liegen mit 7,35 und 7,3 dazwischen. Wähler der Partei die Linke geben im Durchschnitt nur eine Zufriedenheit von 6,5 an und Wähler der rechten Parteien sind mit einem Wert von 6,25 die unglücklichsten. Bei diesem Vergleich zeigt sich: CDU/CSU-Wähler sind die glücklichsten.

Da einige Faktoren gleichzeitig für die Parteiidentifikation und die Lebenszufriedenheit ursächlich sein dürften, wurde deren Einfluss herausgerechnet. Kontrolliert man für die Höhe des Einkommens, den Erwerbs- und Familienstatus, das Alter, den Bildungsstand, das Geschlecht, das generelle Interesse an Politik, die Einschätzung des eigenen Gesundheitszustandes und die Herkunft aus Ost- oder Westdeutschland zeigen sich folgende Ergebnisse (siehe Abbildung): Die Zufriedenheit eines FDP-Wählers und die eines Wählers der Grünen ist durchschnittlich etwa um 0,1 Punkte niedriger. Bei Wählern der SPD sind es fast 0,2 Punkte. Wähler von linken Parteien sind durchschnittlich mehr als 0,4 Punkte unzufriedener. Die deutlichste Abweichung ergibt sich bei Wählern rechter Parteien, deren subjektive Lebenszufriedenheit um knapp 0,7 Punkte geringer ausfällt.

Doch warum sind Unionwähler glücklicher? Zunächst einmal sind Menschen, die Bestehendes bewahren wollen, generell relativ glücklich. Eine Erklärung dafür ist, dass es Teil konservativer Ideologie ist, bestehende Zustände zu legitimieren, zu akzeptieren und gutzuheißen. Letztlich sind es eher unbeobachtbare oder schwer messbare Persönlichkeitsmerkmale, die Menschen glücklicher machen und sie eher die Union wählen lassen. Generell möchten Menschen, die mit ihrem Leben zufrieden sind, eher den Status-Quo bewahren, vielleicht wählen sie deshalb auch konservative Parteien.

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IW-Kurzbericht, 1. Dezember 2016

Oliver Stettes Gute Arbeit: Höhere Arbeitszufriedenheit durch mobiles ArbeitenArrow

Digitale Technologien ermöglichen die Flexibilisierung von Arbeitsort und Arbeitszeit und vergrößern damit den Spielraum für ein selbstbestimmtes Arbeiten. Die IW-Beschäftigtenbefragung 2015 bestätigt, dass mobiles Arbeiten in der Tat mit mehr Zeitsouveränität im Job einhergeht. Die Arbeitszufriedenheit von Beschäftigten, die mobil arbeiten, ist auch aus diesem Grund signifikant höher als die ihrer Kollegen, die nie mobil arbeiten. mehr

US-Präsidentschaftswahl
IW-Nachricht, 9. November 2016

US-Präsidentschaftswahl Erschütterung für die WeltArrow

Die USA haben gewählt – und sich für Unberechenbarkeit statt Kontinuität entschieden. Doch es ist völlig offen, ob Donald Trump umsetzen kann und wird, was er während des Wahlkampfes versprochen hat. mehr

7. November 2016

Twitter Hashtags aus dem BundestagArrow

Barack Obama und Wladimir Putin tun es, ebenso François Hollande und Hillary Clinton: Sie alle nutzen Twitter. Über den Kurznachrichtendienst werden in erster Linie Nachrichten und aktuelle Themen verbreitet und kommentiert. Die Bedeutung dieses schnelllebigen Kanals ist auch den deutschen Politikern nicht entgangen, viele Bundestagsabgeordnete twittern mittlerweile regelmäßig. mehr auf iwd.de