Lebenszufriedenheit Image

Der Kauf des neuen I-Phones 5 war für viele ein Erlebnis und fast wichtiger als das neue Mobiltelefon selber. Ein Wochenendausflug, ein Schwimmbad- oder Wellnessbesuch, ein Kinoabend oder ein Besuch im Restaurant: Wer sich ab und zu etwas leisten kann, sollte das zusätzliche Budget lieber in Aktivitäten und Unternehmungen investieren, als in rein materielle Güter. Das zumindest fanden amerikanische Forscher in verschiedenen Umfragen heraus und diese Erkenntnis machte sich Apple wohl jüngst zu nutze: Materielle Käufe machen zwischen 13 und 20 Prozent weniger glücklich als Erlebnisse – so das Ergebnis. Diese führen auch zu länger anhaltenden guten Gefühlen in der Erinnerung. Die Forscher gehen davon aus, dass vor allem zwei Gründe einen solchen Effekt begünstigen: Zum einen befriedige das gemeinsame Erleben von Aktivitäten das psychologische Bedürfnis nach Verbundenheit und Gemeinschaft. Zum anderen lösen Erlebnisse weniger starke soziale Vergleichsprozesse aus. Da Aktivitäten mehr aus intrinsischer als aus extrinsischer Motivation unternommen werden, vergleichen die Menschen weniger, was sie sonst mit dem Geld hätten machen können oder was ihr Nachbar unternimmt. Die Qualität eines Urlaubs ist zum Beispiel sehr subjektiv. Je nach persönlichem Geschmack kann eine Person ein solches Erlebnis genießen oder nicht. Hinzu kommt, dass der Vergleich von Erlebnissen (jenseits des Reiseziels) schwieriger ist, als der wertmäßige Vergleich von Gegenständen. Der Wert des Autos in der Einfahrt des Nachbarn lässt sich relativ leicht herausfinden, wie sehr er aber einen Ausflug oder einen Urlaub genossen hat, nicht.

Auch im Städtevergleich des jüngst erschienenen Glücksatlas 2012, der sich unter anderem auf Daten des sozio-oekonomischen Panels (SOEP) stützt, zeigt sich die Bedeutung von „Sein“ im Sinne der Freizeit- und Aktivitätenmöglichkeiten. Im Bundesvergleich liegt Hamburg im Ranking der Zufriedenheit mit dem städtischen Leben auf Platz 1 (siehe Abbildung). Die Stadt Köln hingegen belegt den vorletzten Platz. Die Hamburger sind v.a. mit den kulturellen Angeboten, den Sportveranstaltungen und den Naherholungsmöglichkeiten sowie der Verkehrsinfrastruktur (Voraussetzung um schnell und ohne Stress etwas zu unternehmen) zufrieden. In diesen Gebieten liegt Köln deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Die individuelle Lebenszufriedenheit hängt allerdings noch von zahlreichen anderen Faktoren ab. Gesundheit, Einkommen, Persönlichkeit und soziale Beziehungen wirken sich auf das Glück des Einzelnen sehr stark aus. Für die Kölner gibt es deshalb trotz schlechtem Städteranking Grund zur Hoffnung: Beim Zusammengehörigkeitsgefühl liegen sie laut Glücksatlas, unangefochten auf Platz 1 und weit über dem Bundesdurchschnitt. Und gute soziale Beziehungen gehören zu den wichtigsten Glücksbringern.

IW-Kurzbericht, 1. Dezember 2016

Oliver Stettes Gute Arbeit: Höhere Arbeitszufriedenheit durch mobiles ArbeitenArrow

Digitale Technologien ermöglichen die Flexibilisierung von Arbeitsort und Arbeitszeit und vergrößern damit den Spielraum für ein selbstbestimmtes Arbeiten. Die IW-Beschäftigtenbefragung 2015 bestätigt, dass mobiles Arbeiten in der Tat mit mehr Zeitsouveränität im Job einhergeht. Die Arbeitszufriedenheit von Beschäftigten, die mobil arbeiten, ist auch aus diesem Grund signifikant höher als die ihrer Kollegen, die nie mobil arbeiten. mehr

MINT-Herbstreport 2016
Gutachten, 30. November 2016

Christina Anger / Oliver Koppel / Axel Plünnecke MINT-Herbstreport 2016 – Bedeutung und Chancen der ZuwanderungArrow

MINT-Kräfte haben eine zentrale Bedeutung für die Innovationskraft in Deutschland. Vor diesem Hintergrund ist es eine gute Nachricht, dass die Erwerbstätigkeit von MINT-Akademikern von 2011 bis 2014 um rund 84.000 pro Jahr gestiegen ist. In vielen Regionen Deutschlands leisten Zuwanderer einen Beitrag gegen Fachkräfteengpässe. mehr

Gutachten, 28. November 2016

Michael Voigtländer / Björn Seipelt Wohnkostenreport – Droht eine Überhitzung des deutschen Wohnungsmarktes?Arrow

Die Analyse von Mieten und Wohnnutzerkosten für 402 Kreise zeigt, dass das Wohnen im eigengenutzten Wohneigentum auf breiter Basis deutlich günstiger ist als das Wohnen zur Miete. Bei einer gesamtdeutschen Betrachtung ist der Erwerb von Wohneigentum durchschnittlich rund 41 Prozent günstiger als das Mieten. mehr