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Tatsächlich ist die Kreditvergabepraxis in Deutschland rauer geworden. Wie die Ergebnisse des Bank Lending Surveys – einer regelmäßigen Umfrage der Bundesbank unter den Kreditinstituten – zeigen, haben die Banken insbesondere seit dem 4. Quartal 2008 ihre Kreditvergaberichtlinien verschärft (Schaubild). Dies bedeutet insbesondere, dass Kreditanträge strenger geprüft und mehr Sicherheiten gefordert werden. Der stärkste Anstieg der Standards ist bei großen Unternehmen zu finden, zu denen auch Teile der Immobilienwirtschaft zählen. Wie die Ergebnisse jedoch auch zeigen, haben sich die Standards für Wohnungsbaukredite kaum verändert.

Selbst nach der Insolvenz von Lehman Brothers und der stetigen Verschlimmerung der Lage des US-Häusermarktes haben die Banken die Richtlinien für die Vergabe von privaten Wohnungsbaukrediten nicht angepasst, was darauf hindeutet, dass die Banken den Markt als sehr stabil ansehen. Hiervon profitieren auch die großen Wohnungsunternehmen. Unterlegt wird diese Einschätzung durch die neuesten Zahlen zum Kreditvolumen der Wohnungsunternehmen. Entgegen dem Trend wurde der Kreditbestand im Vergleich zum Vorquartal um 8,6 Prozent gesteigert. Im Dienstleistungssektor insgesamt sank dagegen der Kreditbestand um 2 Prozent.

Zinsbindungen
Zinsbindungen

Anders sieht es hingegen bei Unternehmen aus dem Bereich der Gewerbeimmobilien aus. Hier sank der Kreditbestand im Vergleich zum Vorquartal um 11,7 Prozent. Auch im 4. Quartal 2008 war der Kreditbestand bereits rückläufig. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass die Unternehmen nicht mehr die gewünschten Kredite bekommen, sondern kann auch Ausdruck der fallenden Nachfrage sein. Schließlich ist der Transaktionsmarkt deutlich kleiner geworden. Auffällig ist ferner, dass neben den Landesbanken (-12 Prozent) vor allem bei den Sparkassen die Kreditbestände zurückgegangen sind (-33,3 Prozent). Dies ist allerdings zum Teil der Neuordnung der Wirtschaftsklassifikationen geschuldet.

Vorteilhaft sowohl für die Vermieter von Wohnungen als auch Gewerberäumen ist in jedem Fall, dass in der Branche lange Zinsbindungen dominieren (Schaubild). Jeweils über 75 Prozent der Kreditverträge haben eine Laufzeit von über 5 Jahren, so dass die aktuelle Krise nur einen kleinen Teil der Unternehmen bzw. der Bestände betrifft. Im Maschinen- und Fahrzeugbau liegt der entsprechende Anteil hingegen bei unter 40 Prozent.

Darüber hinaus spricht für die Immobilienwirtschaft, dass hierzulande die Immobilienpreise im internationalen Vergleich kaum gestiegen sind. Damit ist auch das Potenzial für Wertberichtigungen eher gering, ebenso wie die Gefahr von Überschuldungen

The Case for Reviving Securitization
IW-Kurzbericht, 26. September 2016

Markus Demary The Case for Reviving SecuritizationArrow

European financial markets are still fragmented. A lack of cross-border lending and cross-border asset holdings hinders the financing of the economy, the conduct of monetary policy as well as cross-border risk-sharing against asymmetric shocks. Reviving the market for securitizations is vital for achieving these goals. A true European Capital Markets Union is needed, but there are still a lot of obstacles to overcome. mehr

Immobilienwirtschaft erwartet mehr ausländische Investoren
IW-Kurzbericht, 16. September 2016

Michael Voigtländer Immobilienwirtschaft erwartet mehr ausländische InvestorenArrow

Die Geschäftslage der deutschen Immobilienwirtschaft ist weiterhin hervorragend, doch die Erwartungen trüben sich weiter ein – an eine weitere Verbesserung glauben zunehmend weniger Unternehmen. Die Stimmung hat sich insbesondere beim Handel spürbar eingetrübt. Ein Grund dafür könnte die Erwartung sein, dass als Folge des Brexits mehr ausländische Investoren in den Markt einsteigen und sich damit die Konkurrenz verschärft, was den Druck auf die Renditen weiter erhöht. mehr

Why the ECB is not to blame for low interest rates
Gastbeitrag, 15. September 2016

Markus Demary auf EUROPP Why the ECB is not to blame for low interest ratesArrow

In the latest set of EU stress tests, several German lenders performed poorly. As Markus Demary writes in EUROPP (Blog of LSE about European Politics and Policy), some of this performance has been blamed on low interest rates squeezing the profitability of lenders. He argues that while the ECB has frequently been blamed for this situation, the reality is more complex and instead reflects long-term trends which can only be addressed by lasting structural reforms. mehr