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Seit einigen Jahren haben Investmentfonds als institutionelle Investoren an Bedeutung gewonnen. Eine gesonderte Rolle spielen dabei Kreditfonds, die meist in bestehende Darlehensforderungen sowie Wertpapiere mit einem direkten Kreditbezug investieren. In Irland wird aktuell geprüft, eine direkte Kreditvergabe durch Fonds zu erlauben.

Eine stärkere Rolle von Fonds in der Finanzierung ist für den Euroraum eher neu, denn er ist traditionell durch ein bankbasiertes Finanzsystem geprägt. Dies zeigt sich am Beispiel der Unternehmensfinanzierung. Während im Euroraum rund 80 Prozent der Unternehmensfinanzierung durch Banken erfolgt und 20 Prozent über die Emission von Anleihen, erfolgt in den USA 20 Prozent der Unternehmensfinanzierung über Banken und 80 Prozent über Anleihen.

Kreditfonds können Lücken schließen, die von Banken nicht bedient werden, gerade auch im Segment der Gewerbeimmobilien. So ist in Irland und in Spanien das Kreditangebot rückläufig, da die Banken dort noch immer im Prozess der Bereinigung ihrer Bilanzen sind. Zudem mussten einige Banken des Euroraums im Vorfeld des EZB-Stresstests ihre risikogewichteten Aktiva reduzieren. Und auch die Politiker der EU haben das Segment der Nicht-Banken als Kreditgeber entdeckt. Auch in der geplanten Europäischen Kapitalmarktunion sollen Nicht-Banken eine stärkere Rolle als Kreditgeber erhalten.

Auch wenn Kreditfonds als alternative Kreditgeber sinnvolle Aufgaben erfüllen können, stellt sich die Frage, ob eine Anpassung des Regulierungsrahmens geboten ist. Die von den Kreditfonds ausgehenden systemischen Risiken sind aufgrund der geringen Anzahl der Fonds aktuell wohl vernachlässigbar. Die Aufsichtsbehörden sollten aber die Aktivitäten der Fonds und deren Vernetzung mit den Banken im Blick halten. Denn eine Erfahrung der Finanzkrise war, dass ein ineffizientes Monitoring der Aufsichtsbehörden dazu führen kann, dass sich systemische Risiken unerkannt im Finanzsystem aufbauen.

Während Kreditfonds in Bezug auf Stabilitätsrisiken aktuell nur beobachtet werden sollten, stellt sich aber die Frage, wie gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen Banken und Kreditfonds erreicht werden können. Die Wettbewerbsvorteile der Fonds entstehen zum einen dadurch, dass diese in Niedrigsteuerländern angesiedelt sind und zum anderen aus ihrer geringeren Beaufsichtigung durch die Aufsichtsbehörden. Gerade für Banken sind die Anforderungen durch die neue Aufsichtsarchitektur der Europäischen Bankenunion gestiegen. So sind die Banken nicht nur in einem ständigen Dialog mit den nationalen Aufsichtsbehörden, sondern auch mit der EZB. Da eine Ungleichbehandlung von Banken und Nicht-Banken zu Wettbewerbsverzerrungen führt, sollte die Politik an der Herstellung eines Level-Playing-Fields in der Kreditvergabe bestrebt sein, der für alle Marktakteure gleiche Rahmenbedingungen garantiert.

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The Case for Reviving Securitization
IW-Kurzbericht, 26. September 2016

Markus Demary The Case for Reviving SecuritizationArrow

European financial markets are still fragmented. A lack of cross-border lending and cross-border asset holdings hinders the financing of the economy, the conduct of monetary policy as well as cross-border risk-sharing against asymmetric shocks. Reviving the market for securitizations is vital for achieving these goals. A true European Capital Markets Union is needed, but there are still a lot of obstacles to overcome. mehr

Immobilienwirtschaft erwartet mehr ausländische Investoren
IW-Kurzbericht, 16. September 2016

Michael Voigtländer Immobilienwirtschaft erwartet mehr ausländische InvestorenArrow

Die Geschäftslage der deutschen Immobilienwirtschaft ist weiterhin hervorragend, doch die Erwartungen trüben sich weiter ein – an eine weitere Verbesserung glauben zunehmend weniger Unternehmen. Die Stimmung hat sich insbesondere beim Handel spürbar eingetrübt. Ein Grund dafür könnte die Erwartung sein, dass als Folge des Brexits mehr ausländische Investoren in den Markt einsteigen und sich damit die Konkurrenz verschärft, was den Druck auf die Renditen weiter erhöht. mehr

Why the ECB is not to blame for low interest rates
Gastbeitrag, 15. September 2016

Markus Demary auf EUROPP Why the ECB is not to blame for low interest ratesArrow

In the latest set of EU stress tests, several German lenders performed poorly. As Markus Demary writes in EUROPP (Blog of LSE about European Politics and Policy), some of this performance has been blamed on low interest rates squeezing the profitability of lenders. He argues that while the ECB has frequently been blamed for this situation, the reality is more complex and instead reflects long-term trends which can only be addressed by lasting structural reforms. mehr