Dieser Studie wurde große Aufmerksamkeit in der Wirtschaft und Politik geschenkt. Auf Basis einer umfassenden Analyse von über 300 Technologien und Maßnahmen zur Vermeidung von Treibhausgasen aus den verschiedenen Sektoren wie Energie, Gebäude, Transport und Industrie trifft die Studie Aussagen darüber, zu welchen Kosten die Treibhausgasemissionen in Deutschland reduziert werden können. Im Rahmen dieser Studie wurden für die untersuchten Technologien neben dem Vermeidungspotenzial auch die Vermeidungskosten ermittelt und aufgezeigt.

Treibhausemissionen
Treibhausemissionen

Vor dem Hintergrund der großen Preisschwankungen an den Energiemärkten im Jahre 2008 und der Veränderungen der Bewertungen bezüglich bestimmter Technologien wurde diese Studie im Auftrag des BDI durch McKinsey & Company aktualisiert. Hierbei wurden eine Ergänzung um verschiedene Energiepreisannahmen (sehr niedrige und sehr hohen Energiepreise) sowie um Sensitivitätsanalysen hinsichtlich dieser Preise vorgenommen. Die Analysen zeigen, dass sich die Vermeidungskosten einzelner Maßnahmen teilweise deutlich verändern. Beim Vermeidungspotenzial zeichnet sich hingegen eine Zu- oder Abnahme um nur 2 Prozentpunkte ab. Ein wesentliches Ergebnis der aktualisierten Studie ist es, dass mit den bereits vorhandenen Technologien eine Reduktion der Treibhausgasemissionen in Deutschland von bis zu 30 Prozent bis 2020 gegenüber dem Niveau des Basisjahres 1990 realisierbar ist. Dabei wurde ein mittlerer Ölpreis von ca. 60 Dollar angenommen. Die erreichbare Reduzierung von Treibhausgasemissionen steigt mit der Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken sogar auf 38 Prozent.

Zwischen dem Basisjahr 1990 und 2004 sind die Treibhausgasemissionen in Deutschland von 1.232 auf 1.025 Megatonnen Kohlendioxid-Äquivalent (Mt CO2e), d.h. um 17 Prozent zurückgegangen. Mittlerweile wurde eine Reduktion um 23 Prozent erreicht. Somit hat Deutschland seine Kyoto-Ziele bereits erfüllt. Hinsichtlich des Ausstoßes von Treibhausgasen könnte es bis 2020 in der „Stand der Technik“-Projektion zu einem leichten Anstieg auf 1.048 Mt CO2e kommen. Den Ergebnissen der Studie zufolge können die Treibhausgasemissionen allein durch die Umsetzung von wirtschaftlich effizienten Maßnahmen (beispielsweise durch die verbesserten Heizungsanlagen oder den Einsatz von Technologien in der Gebäudedämmung) bis zum Jahre 2020 gegenüber 1990 um 25 Prozent gesenkt werden. Das entspricht einer Reduktion der Treibhausgasemissionen in Höhe von 306 Mt CO2e gegenüber 1990. Ohne diese Maßnahmen ergibt sich lediglich ein Vermeidungspotenzial von 122 Mt CO2e gegenüber den „Stand der Technik“-Projektion 2020.

Gemäß der Klimastudie kann auch eine Reduktion von Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2020 gegenüber 1990 um 26 Prozent erzielt werden, wenn alle Maßnahmen mit Vermeidungskosten von bis zu 20 Euro je Tonne Kohlendioxid-Äquivalent (EUR/t CO2e) umgesetzt werden. Dies entspricht gegenüber 2004 einer Reduktion von 12 Prozent. In vielen Industriesektoren können produktspezifische Maßnahmen identifiziert werden wie beispielsweise Klinkersubstitution in der Zementindustrie.

Durch zusätzliche Maßnahmen wie die Umstellung des Energiemixes auf einen höheren Anteil erneuerbarer Energien ist eine Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2020 um 30 Prozent erreichbar. Das setzt jedoch voraus, dass alle günstigen Maßnahmen vollständig umgesetzt werden. Dabei ist auch zu beachten, dass diese Umstellung mit höheren durchschnittlichen Vermeidungskosten von 49 EUR/t CO2e unter Berücksichtigung der jeweils geltenden Fördersätze, Steuern und Zölle verbunden ist. Das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 in Deutschland eine weitgehende Senkung um 40 Prozent zu realisieren, ist wirtschaftlich kaum erreichbar.

CO2-Regulierung des Straßenverkehrs in Europa – ein Kompendium
Gutachten, 29. August 2016

Thomas Puls CO2-Regulierung des Straßenverkehrs in Europa – ein KompendiumArrow

Der Verkehrssektor steht bei der Dekarbonisierung vor besonderen Herausforderungen, denn der Bedarf an Mobilität von Personen und Gütern nimmt global rasant zu, vor allem in den aufstrebenden Schwellenländern. Aufgrund seiner Schlüsselstellung für die Mobilität wird die künftige Kohlendioxid-Regulierung von Pkw und Lkw eine gewichtige Rolle für die Klimapolitik spielen. mehr

EEG-Reform
IW-Nachricht, 8. Juli 2016

EEG-Reform Ein bisschen mehr MarktArrow

Der Bundestag hat die Reform des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) verabschiedet. Ab 2017 wird nicht mehr jedes Windrad und jede Solaranlage gefördert. Stattdessen müssen sich die Betreiber auf die Förderung bewerben. Das hat Vorteile, geht jedoch nicht weit genug. mehr

EEG-Reform
IW-Nachricht, 27. Mai 2016

EEG-Reform Ausbautempo bleibt zu hochArrow

Mal wieder wird in Berlin um die Verteilung der Fördergelder für erneuerbare Energien gestritten. Die Bundesregierung will die Förderung grundlegend ändern. Kritiker rufen bereits das Ende der Energiewende aus. Tatsächlich werden die Ausbauziele auch mit der geplanten Gesetzesänderung überschritten – auf Kosten der Verbraucher. mehr