Eine aktuelle Studie der Allianz geht der Frage nach, wem die Bevölkerung die Verantwortung für den Klimaschutz zuweist und inwieweit die Betreffenden der Verantwortung auch gerecht werden. Dies geschieht auch für andere Themen wie Gesundheit und Pflege, Integration von Ausländern, Altersvorsorge und Ausbildung, wodurch ein Vergleich ermöglicht wird. An der telefonischen Befragung nahmen im Oktober 2009 rund 1.000 Personen über 14 Jahre in Privathaushalten teil.Bei manchen Themen ist die Lage eindeutig: Für seine Gesundheit ist aus Sicht der Bevölkerung zunächst einmal der Einzelne verantwortlich, für die Ausbildung der Staat. Mehr als bei allen anderen Aufgaben ist es der Klimaschutz, bei dem sich die Verantwortung auf den Bürger, den Staat und die Wirtschaft sehr gleichmäßig verteilt. Unter den drei Gruppen ist – bei sehr geringen Unterschieden – die Wirtschaft am wenigsten gefordert.

Dennoch gehört der Klimaschutz zu den Aufgaben, bei denen die Bürger die Wirtschaft vergleichsweise stark in der Verantwortung sehen. Innerhalb der abgefragten Themen ist es allein die Senkung des Energieverbrauchs, bei der man noch mehr Impulse von der Wirtschaft erwartet.Mit dem wahrgenommenen Problemlösungsbeitrag der Politik, den Bürgern und der Wirtschaft ist man über alle Themen hinweg jedoch nicht sehr zufrieden. Der Klimaschutz bildet dabei keine Ausnahme. Eher hoch ist dagegen beim Klimaschutz die Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung des eigenen Verantwortungsbewusstseins und dem der anderen: Während sich jeder Zweite ein klimafreundliches Verhalten attestiert, sagt dies nur jeder Siebte über seine Mitbürger. Ähnlich verhält es sich bei anderen Fragen des Umweltschutzes wie Mülltrennung und Energiesparen. Zwar beteiligen sich an Umfragen überdurchschnittlich oft kooperationswillige Bürger; ein so großer Unterschied zwischen Fremd- und Selbstbild erklärt sich daraus jedoch nicht. Das eigene Umweltverhalten wird an einem weniger strengen Maßstab gemessen als das Verhalten anderer.

www.allianzdeutschland.de/presse/news/verantwortungsstudie_april_2010.pdf