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Damit die Wertschöpfung so wenig wie möglich beeinträchtigt wird, sind vielerlei Vorsorgeleistungen auch der öffentlichen Hand gefragt. Dabei geht es in erster Linie um die Rolle des Staates als Betreiber von Infrastruktureinrichtungen wie Straßen, Schifffahrtswege und Deiche. Zu diesem Thema wurde eine Frage im September 2011 im aktuellen IW-Umweltexpertenpanel gestellt, an dem sich 172 Vertreter aus Unternehmen und Wirtschaftsverbänden beteiligten.

Zwei Themen bewegen die Wirtschaft in diesem Zusammenhang besonders stark: die Sicherung der Energieinfrastruktur bzw. der Energieversorgung und die Sicherung der Verkehrswege. Mehr als 80 Prozent der Umweltexperten nannten diese beiden Aufgaben. In Abhängigkeit von den Standorten der Unternehmen gelten auch der Hochwasserschutz und – etwas seltener – der Küstenschutz als Problemfelder mit Handlungsdruck. Ebenfalls von knapp der Hälfte der Befragten wurden die Sicherstellung der Wasserverfügbarkeit und der Ausbau von Warnsystemen genannt. Dass sie keinerlei Vorsorgeleistungen der öffentlichen Hand erwarten, antworteten hingegen nur gut 2 Prozent. Dabei sollte jedoch berücksichtigt werden, dass das Panel die stark von Umweltfragen betroffenen Industrieunternehmen überproportional abbildet und große Unternehmen ebenfalls deutlich überrepräsentiert sind.

Einrichtungen der öffentlichen Hand wie der Deutsche Wetterdienst, die Helmholtz-Gemeinschaft und das Umweltbundesamt stellen darüber hinaus auch für die Wirtschaft Informationsangebote zum Klimawandel zur Verfügung, beispielsweise unter www.anpassung.net, www.climate-service-center.de, www.deutscher-klimaatlas.de und www.regionaler-klimaatlas.de. Dieses Angebot soll den Datenbedarf der Wirtschaft decken (siehe Grafik). Fast 90 Prozent der Befragten aus Unternehmen und Verbänden äußerten Interesse an Daten zum Klimawandel, sehr große Unternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern häufiger als weniger große Unternehmen. Im Einzelnen wurde nach dem räumlichen und dem zeitlichen Bezug und nach der Detailliertheit der Daten gefragt.

Die Mehrheit der Umweltexperten nannte einen weltweiten räumlichen Bezug für die benötigten Klimaprojektionen. Bei den Großunternehmen sind dies sogar 76 Prozent. Auf Regionen ausschließlich in Deutschland bezog sich dagegen nur jede fünfte Antwort. Darin zeigt sich der hohe Grad der internationalen Vernetzung der deutschen Wirtschaft. Einen besonders starken weltweiten Bezug zeigten die Branchen Nahrungs- und Genussmittel, Papier und Druck, Feinmechanik und Elektrotechnik, Fahrzeugbau, Bau und Handel.

Im Hinblick auf die Zeit streuen die Antworten stärker: Während für ein knappes Drittel der Befragten die Perspektive bis 2030 ausschlaggebend ist, meldet fast die Hälfte der Wirtschaftsvertreter auch ein Interesse an Daten darüber hinaus an. In den Branchen Energie und Wasser, Fahrzeugbau, Bau und Verkehr trifft man besonders oft auf diese weite zeitliche Perspektive.

Eigene Wirkungsmodelle mit Datensätzen wollen 20 Prozent der Befragten antreiben. Für jeden zweiten befragten Experten ist es schließlich wichtig, mehr über die Bandbreiten der möglichen Entwicklungen zu erfahren: Wird es in jedem Sommer um rund ein Grad wärmer als heute, oder mit welchen zusätzlichen Schwankungen muss man in der Zukunft rechnen? Insgesamt 70 Prozent der Befragten äußerten sich zum Detaillierungsgrad von Klimadaten. Das Interesse kommt aus den Bereichen der Energie und Wasser; aus Textil und Bekleidung; Papier, Verlag und Druck sowie Kredit und Versicherung. Hier ist die Auseinandersetzung besonders weit gediehen.

Die Hälfte der Unternehmen interessiert sich dafür, bereits interpretierte Daten zu erhalten. Das heißt, anstelle von Niederschlagsdaten ist es beispielsweise für die strategische Planung in Unternehmen sehr hilfreich zu erfahren, inwieweit die Schiffbarkeit von Flüssen oder die Wasserverfügbarkeit eingeschränkt sind. Steigende Temperaturen in den Sommermonaten lassen sich zu Aussagen über die Häufigkeit und Dauer von Hitzeperioden verdichten. Informationen dieser Art können in Unternehmen gut weiterverarbeitet werden. Auch jenseits der Pioniere ist ein Interesse an Wissen über künftige klimabedingte Veränderungen vorhanden, vor allem dann, wenn es sich um bereits aufbereitetes Wissen handelt.

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