Kirchen in Deutschland Image

In Deutschland gehörten rund 24,5 Millionen Menschen (29,5 Prozent der Bevölkerung) der katholischen Kirche (2011), 23,9 Mio. der evangelischen Kirche (29,3 Prozent) (2010) und etwa 330.000 evangelischen Freikirchen an (2010). Zu den knapp zwei Drittel Christen in Deutschland gehören ebenfalls 1,3 Millionen Angehörige orthodoxer Kirchen und 33.000 Mitglieder anderer christlicher Kirchen. Rund 34 Prozent der Deutschen sind konfessionslos. Dazu kommen noch 5 Prozent Muslime und rund 0,2 Prozent Juden (Grafik).

Die Mitgliederzahl der evangelischen und katholischen Kirche ist in den letzten Jahrzehnten stetig zurückgegangen. Die steuerliche Belastung ist für einige Christen ein wesentlicher Grund für den Austritt. Stärker aber wirkt sich der demographische Wandel und die geringere Bindung junger Menschen an die Kirchen aus. Zunehmende Austrittszahlen bei der katholischen Kirche sind teilweise auch ein Zeichen dafür, dass sich Menschen von der Kirche abwenden, weil sie Fehlverhalten der Kirchen und ihrer Funktionäre nicht tolerieren. Und das jüngste Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgericht hat klargestellt, dass in Deutschland ein Verbleib in der Kirche nur mit Steuerzahlung möglich ist. Es gibt jährlich auch einige Wiedereintritte (2011: 7.163). In der katholischen Kirche sind es mehr als in den 90er Jahren.

Kirchenaustritte, der Missbrauchskandal im Jahr 2010 oder die Veröffentlichung von pikanten Dokumenten aus dem Vatikan verdrängen oft die positiven Seiten der Kirchen. Die Kirchen sind mit 1,2 Millionen Arbeitnehmern der zweitgrößte Arbeitgeber nach dem öffentlichen Dienst – und dies ohne die kirchennahen Wohlfahrtsorganisationen wie Caritas oder Diakonie, die ebenfalls über eine Million Beschäftigte haben. Außerdem engagieren sich etwa 600.000 Menschen ehrenamtlich alleine in der katholischen Kirche. Den immer weniger Priestern in den Diensten der Kirche steht eine wachsende Zahl an Diakonen gegenüber. Die Zahl der Pastoralreferenten hat sich seit 1990 sogar fast verdoppelt. Mit 3.106 Diakonen, 4.468 Gemeinde- und 3.114 Pastoralreferent/-innen bildet der nicht-zöllibatere und nicht rein-männliche kirchliche Dienst ein Gegengewicht zu den Priestern in der Pfarrseelsorge (14.847). Wie auch die etwa 30 Prozent Theologinnen unter den rund 14.000 evangelischen Theologen im Gemeindedienst zeigen, muss Seelsorge nicht männlich sein. Auch bei den Katholiken gibt es mit 4.700 Referentinnen im Vergleich zu 2.800 Referenten mehr Frauen als Männer in diesem Beruf.

Bei der Caritas sind rund 560.000 Mitarbeiter beschäftigt. Diese und ca. 500.000 ehrenamtliche Mitarbeiter sind in der Betreuung, Pflege und Beratung von jährlich mehr als 9,7 Millionen Menschen aktiv. Im Diakonischen Werk der evangelischen Kirche sind ebenfalls fast 500.000 Mitarbeiter beschäftigt und ca. 27.000 Einrichtungen bieten ihre Angebote auch Nichtchristen an. Die 8.500 evangelischen und ca. 9.400 katholischen Tageseinrichtungen für Kinder stellen insgesamt etwa 1,2 Millionen Betreuungsplätze bereit. Neben über 2.000 evangelischen und katholischen Schulen, sind die Kirchen mit ihren Jugendverbänden und –organisationen auch in der Freizeit für Kinder und Jugendliche da. Allein in den katholischen Jugendverbänden gibt es rund 660.000 Mitglieder und zusätzlich noch 436.000 Ministrantinnen und Ministranten.

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