Sicherer Hafen Deutschland Image

In der nun dritten Welle des IW Immobilien-Index erreichte das Geschäftsklima einen Wert von 43,5, was knapp unterhalb des Niveaus des Vorquartals liegt (47,7). Im Vergleich mit dem Vorquartal haben sich die Erwartungen noch einmal leicht verschlechtert, aber insgesamt glaubt noch immer eine Mehrheit an eine Verbesserung der Geschäftslage in den nächsten 12 Monaten.

Angesichts der weltweiten Unruhen und Spannungen, wie etwa in der Ukraine und Syrien, sowie den anhaltenden Wirtschaftsproblemen im Euro-Raum konnte man erwarten, dass sich die Erwartungen der deutschen Immobilienunternehmen stärker verfinstern. Tatsächlich zeigt jedoch die aktuelle Sonderfrage, dass die Marktteilnehmer eher davon ausgehen, dass die weltweiten Unsicherheiten die Nachfrage nach deutschen Immobilien steigern. 35 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass die Nachfrage nach deutschen Gewerbeimmobilien aufgrund der unruhigen Lage weiter ansteigt, nur 12 Prozent gehen von einem Rückgang aus. Eine Mehrheit von 53 Prozent sieht keine Effekte. Noch deutlicher sieht es bei den Wohnimmobilien aus. Hier glauben 47 Prozent an einen positiven Nachfrageeffekt. Demzufolge wird der deutsche Immobilienmarkt immer noch als sicherer Hafen eingestuft, in den die Investoren in unsichereren Zeiten flüchten und der letztlich auch aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfelds weitgehend alternativlos ist. Daher sind die meisten Unternehmen auch mit Blick auf 2015 sehr optimistisch.

Auffällig ist jedoch, dass es innerhalb der Immobilienbranche im Vergleich zum Vorquartal erhebliche Verschiebungen gibt. Bei Wohnungsunternehmen und Projektentwicklern ist der Lagewert jeweils deutlich gesunken, Büro- und Einzelhandelsinvestoren konnten hingegen kräftig zulegen. Dies kann bei der erstgenannten Gruppe auf Gewöhnungseffekte zurückzuführen sein, weil der Boom mittlerweile als „normal“ angesehen wird. In Kombination mit den steigenden Werten für Gewerbeimmobilienunternehmen erscheint es jedoch auch möglich, dass sich die Nachfrage nach Immobilien zunehmend verschiebt. Schließlich haben Wohnimmobilien mittlerweile ein Preisniveau erreicht, das Gewerbeimmobilien wieder attraktiver macht. Dafür spricht auch, dass Projektentwickler mit Fokus auf Gewerbeimmobilien mittlerweile optimistischer in die Zukunft blicken als solche mit Fokus auf Wohnimmobilien.

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IW-Pressemitteilung, 16. September 2016

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Eine Bodensteuer wäre besser
IW-Kurzbericht, 12. September 2016

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Die Finanzminister der Länder wollen auch künftig die Grundsteuer am Wert von Grund und Boden einschließlich der Gebäude bemessen. Doch dafür müssen die zuständigen Behörden den aktuellen Wert der Gebäude aufwendig neu ermitteln. Dabei ließe sich die Grundsteuer viel einfacher reformieren – und würde nebenbei dringend benötigte Investitionen in neue und bestehende Gebäude fördern. mehr