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Der Fachkräftemangel ist in der deutschen Wirtschaft zu einem wichtigen Thema geworden, und auch die Immobilienwirtschaft muss sich damit auseinandersetzen. Aktuell wird die Lage jedoch als wenig dramatisch eingestuft. 32 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie ihren Fachkräftebedarf aktuell decken können, weitere 56 Prozent können dies, stoßen aber auf Probleme und nur 11 Prozent finden aktuell nicht die richtigen Fachkräfte. Besonders Wohnungsunternehmen und Unternehmen mit Fokus auf Einzelhandel scheinen wenig Nachwuchssorgen zu haben, wie die diesmalige Sonderfrage des IW Immobilien-Index zeigt. Anders ist dies aber bei den Projektentwicklern. Hier finden aktuell 21 Prozent der Unternehmen nicht die Fachkräfte, die sie benötigen. Anscheinend können die Unternehmen personell nicht schnell genug wachsen, um die zunehmende Nachfrage nach Neubauten zu bedienen.

In dieses Bild passt, dass die Projektentwickler ihre Lage mit einem Wert von 89 als besonders gut einstufen. Bei den Immobilieninvestoren wird die Lage rund 10 Punkte schlechter eingestuft. Auffällig ist vor allem der Einbruch bei den Wohnungsunternehmen. Angesichts des nach wie vor hohen Wertes kann hier aber noch von einer Normalisierung gesprochen werden. Insgesamt haben sich die Erwartungen jedoch eingetrübt. Über alle Segmente hinweg ist der Erwartungswert gefallen oder aber er stagniert zumindest. Dies kann auf eine erste Trendwende im Immobilienzyklus hinweisen oder aber zumindest andeuten, dass sich das Wachstum der Branche nun verflacht. Ein positiver Erwartungswert bedeutet aber immer noch, dass mehr Unternehmen von einer Verbesserung als einer Verschlechterung der Lage ausgehen.

An den Nachwuchssorgen liegt es jedenfalls nicht, dass sich die Erwartungen verschlechtert haben. Nur 2 Prozent der Unternehmen glauben, dass sie ihren Fachkräftebedarf in 5 Jahren nicht decken können. Dies gilt auch für die Projektentwickler. Dass die Branche trotz demografischen Wandels und einer zunehmenden Konkurrenz um Fachkräfte so optimistisch ist, kann überraschen. Entweder die Branche sieht sich gut gerüstet für den Wettbewerb oder aber die aktuell starke Zuwanderung und die Hoffnung auf gut ausgebildete Fachkräfte rückt das Thema von der Agenda.

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Immobilienwirtschaft erwartet mehr ausländische Investoren
IW-Kurzbericht, 16. September 2016

Michael Voigtländer Immobilienwirtschaft erwartet mehr ausländische InvestorenArrow

Die Geschäftslage der deutschen Immobilienwirtschaft ist weiterhin hervorragend, doch die Erwartungen trüben sich weiter ein – an eine weitere Verbesserung glauben zunehmend weniger Unternehmen. Die Stimmung hat sich insbesondere beim Handel spürbar eingetrübt. Ein Grund dafür könnte die Erwartung sein, dass als Folge des Brexits mehr ausländische Investoren in den Markt einsteigen und sich damit die Konkurrenz verschärft, was den Druck auf die Renditen weiter erhöht. mehr

Investoren fürchten Brexit-Folgen
IW-Pressemitteilung, 16. September 2016

IW Immobilien-Index Investoren fürchten Brexit-FolgenArrow

Immer weniger Immobilienunternehmen gehen davon aus, dass sich ihre wirtschaftliche Situation in nächster Zeit verbessern wird. Zwar gibt es weiterhin mehr Optimisten als Pessimisten, wie der neue IW Immobilien-Index zeigt. Doch die Umfragewerte deuten darauf hin, dass sich die deutsche Immobilienwirtschaft auf das Ende eines Booms vorbereitet – und mit Sorge nach Großbritannien blickt. mehr

IW Immobilien-Index
IW-Pressemitteilung, 17. Juni 2016

IW Immobilien-Index Immobilienfirmen so euphorisch wie nieArrow

Noch nie haben deutsche Immobilienfirmen ihre Lage als so gut eingeschätzt wie im zweiten Quartal 2016. Auch die Erwartungen für die Zukunft sind sehr positiv, wie der neue Immobilien-Index des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt. Trotz der Euphorie bleiben die Investoren aber vorsichtig, die Ergebnisse bieten keinen Grund, eine Blase anzunehmen. mehr