Renditen steigen schneller als die Inflation
Renditen steigen schneller als die Inflation

Begründet wird der Inflationsschutz vor allem durch die Indexierung von Mieten, also der Kopplung der Mietzahlungen an die Inflation. Mietpreise für Einzelhandelsimmobilien sind oft umsatzabhängig. Da sich der Umsatz bei steigenden Preisen ändert, wird auch mit einem Effekt auf die Mieten gerechnet. In Deutschland stiegen die Renditen für die drei Anlageklassen Büro, Handel und Wohnen in den letzten Jahren stärker als der Preisindex. Dies ist jedoch noch kein Hinweis auf einen Inflationsschutz, da in den nominalen Renditen noch Risikoprämien enthalten sind, die vom reinen Inflationsausgleich getrennt werden müssen.

Reaktion der Renditen auf Inflation
Reaktion der Renditen auf Inflation

Eine IW Studie auf Basis eines Datensatzes mit Renditen von Immobilienaktienindizes der European Public Real Estate Association für die Länder Kanada, USA, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Niederlande Schweden und UK ergab, dass die Total Returns (Wertsteigerung und Einkommensrendite) im Durchschnitt über alle Länder fallen, wenn die Inflation steigt. Würde die Inflation also von 2 Prozent auf 3 Prozent steigen, so würde ein Investor mit einem durchschnittlichen nominalen Renditeverlust von 0,02 Prozentpunkten zu rechnen haben. Obwohl diese Indizes nur Aktiengesellschaften enthalten, die ihren Tätigkeitsschwerpunkt auf der Vermietung und Verpachtung haben und durch eine bestimmte Marktgröße und hinreichenden Streubesitz gekennzeichnet sind, sind sie ebenso schlecht als Inflationsschutz geeignet wie andere Aktien auch. Dies liegt darin begründet, dass der Anleger nur indirekt an einer Immobilie beteiligt ist und die Aktienrendite zum überwiegenden Teil die Erwartungen der Anleger über zukünftige Gewinne des Unternehmens und den zukünftigen Verlauf des Aktienkurses enthält.

Anders sieht es hingegen bei Renditen für Direktanlagen aus. Für die Untersuchung des Inflationsschutzes dieser Anlageklasse wurden Daten der Investment Property Databank (IPD) verwendet, die ihre Daten direkt von institutionellen Investoren bezieht und hierauf basierende Indizes entwickelt. Die Renditen geben keine Auskunft über die Performance der Investoren, sondern über die Performance der Einzelimmobilien. Die IW Studie zeigt, dass die Renditen von Einzelhandelsimmobilien weniger stark steigen als die Inflation. Dies kann daran liegen, dass die Händler die Inflation nicht vollständig weitergeben können, was sich dann auch in den oft umsatzabhängigen Mieten widerspiegelt. Besonders geeignet als Inflationsschutz sind jedoch Büro- und vor allem Wohnimmobilien. Bei Wohnimmobilien steigt die Rendite im Durchschnitt über alle Länder im Verhältnis 1:1 mit der Inflationsrate, zusätzlich steigt deren Rendite stärker als 1:1 an, wenn die Inflation höher als erwartet war.

Die Studie „Inflationsschutz von Immobilien – Direktanlagen und Aktien im Vergleich“ ist verfügbar unter www.immobilienoekonomik.de

Die Belastungs- und Aufkommenswirkungen der kalten Progression
IW policy paper, 2. Dezember 2016

Martin Beznoska Die Belastungs- und Aufkommenswirkungen der kalten ProgressionArrow

Von 2010 bis einschließlich 2015 hat sich die gesamte, nicht mittels Tarifanpassungen ausgeglichene Zusatzbelastung der Steuerzahler durch die kalte Progression auf 36,5 Milliarden Euro summiert. Diese versteckten impliziten Steuererhöhungen durch die kalte Progression sind nicht durch die Gesetzgebung legitimiert und sollten daher von der Politik beseitigt werden. mehr

Gastbeitrag, 1. Dezember 2016

Michael Voigtländer in der Rheinischen Post Eigenheim-Förderung? Ja, aber richtig!Arrow

Angesichts niedriger Bauzinsen ist Wohneigentum heute fast überall günstiger als das Wohnen zur Miete. Doch viele Familien verfügen nicht über das nötige Eigenkapital. Statt neue Zuschüsse einzuführen, sollte der Staat die Nebenkosten senken. Ein Gastbeitrag von IW-Immobilienökonom Michael Voigtländer in der Rheinischen Post. mehr

Gutachten, 28. November 2016

Michael Voigtländer / Björn Seipelt Wohnkostenreport – Droht eine Überhitzung des deutschen Wohnungsmarktes?Arrow

Die Analyse von Mieten und Wohnnutzerkosten für 402 Kreise zeigt, dass das Wohnen im eigengenutzten Wohneigentum auf breiter Basis deutlich günstiger ist als das Wohnen zur Miete. Bei einer gesamtdeutschen Betrachtung ist der Erwerb von Wohneigentum durchschnittlich rund 41 Prozent günstiger als das Mieten. mehr