Sanierungskosten
Sanierungskosten

Ein Problem stellt die Umwälzung der Kosten vom Vermieter auf den Mieter und dessen Mehrbelastung dar. Bei energetischen Zusatzkosten von 74 Euro pro qm entspricht sich die Jahreswarmmiete vor und nach der Sanierung (Grafik). Sofern die energetischen Zusatzkosten darüber liegen, wovon im Regelfall ausgegangen werden muss, wird der Mieter zunächst stärker belastet. In vielen Fällen liegen die Zusatzkosten bei über 100 Euro pro qm.

Ein weiteres Problem ist das der langen Amortisationsdauer in Verbindung mit dem Lebensalter der Eigentümer. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes wohnen 87 Prozent der Hausbesitzer von Einfamilienhäusern in Gebäuden, die vor 1990 erbaut worden sind. Für viele dieser Häuser wäre es sinnvoll, eine energetische Sanierung durchzuführen. 48 Prozent der Eigentümer dieser Gebäude sind jedoch über 60 Jahre alt (Grafik). Für diese Personengruppe ist der Anreiz zu einer energiesparenden Investition sehr gering, da der Planungshorizont notwendigerweise mit dem Lebensalter abnimmt und der Amortisationszeitpunkt gegebenenfalls das erwartete Lebensalter dieser Personen überschreitet.

Alte Häuser
Alte Häuser

In einer IW-Studie wird geschätzt, dass bei einer Sanierung von 70 Prozent der Wohnungen mit Baujahr von vor 1979 die Investitionskosten etwa 165 Milliarden Euro betragen würden. Würde man auch noch alle vor 1986 errichteten Gebäude auf den 7-Liter-Standard sanieren, würde der Investitionsbetrag zwischen 192 und 219 Milliarden Euro liegen.

Um die energetische Sanierung zu unterstützen, bedarf es geeigneter wirtschaftspolitischer Begleitmaßnahmen. Wichtig ist es in jedem Fall Informationsdefizite abzubauen. Noch wichtiger ist jedoch die Schaffung von Rechtssicherheit. Eine zu schnelle Taktung bei der Verschärfung von Standards schafft Unsicherheit und wird im Zweifelsfall zu einer möglichst langen Aufschiebung von Investitionen führen. Darüber hinaus sind Hemmnisse im Mietrecht abzubauen, so dass Einsparungen bei den Energiekosten mit Aufschlägen auf die Kaltmiete verrechnet werden können.

Eine weitere wichtige Säule stellen Förderungen dar. Diese sind grundsätzlich gerechtfertigt, da die Vermeidung von CO2 nicht nur den Eigentümern und Nutzern, sondern eben auch der Allgemeinheit zugute kommt. In diesem Bereich hat die Bundesregierung mit dem CO2 Gebäudesanierungsprogramm der KfW auch ein entsprechendes Instrumentarium entwickelt. Fraglich ist jedoch, ob der Umfang des Programms von jährlich 600 bis 700 Millionen Euro angesichts der hohen Investitionskosten ausreicht.