Der Begriff Green Economy geht auf die Umweltökonomen David Pearce, Anil Markandya und Edward Barbier zurück und fand erstmals 1989 mit der Veröffentlichung „Blueprint for a Green Economy“ Eingang in die umwelt- und wirtschaftspolitische Debatte.

Trotz der zunehmenden Bedeutung der Green Economy als Lösung für globale Herausforderungen fehlt noch immer ein internationaler Konsens, ebenso wie eine einheitliche Begriffsbestimmung. Es bestehen viele Abgrenzungsprobleme vor allem zu inhaltlich verwandten Ideen und Konzepten wie „ökologische Modernisierung“, „ökologisches Wirtschaften“, „Green Growth“ oder „nachhaltige Entwicklung“. Die weitgefasste Definition des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) sieht Green Economy als eine Wirtschaftsform, die sämtliche Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt berücksichtigt. Eine Wirtschaftsweise, die besonders die sozialen Aspekte sicherstellt, die gesellschaftliche Wohlfahrt steigert, die Umweltrisiken und ökologische Knappheiten reduziert, CO2-Emissionen verringert und gleichzeitig die Energie und Ressourceneffizienz erhöht.

Auf nationaler Ebene beschreibt der von dem Bundesumweltministerium und dem Umweltbundesamt gemeinsam erarbeitete „Umweltwirtschaftsbericht 2011“ Green Economy als eine Wirtschaftsform mit folgenden Merkmalen: kontinuierliche Emissionsreduktion, Klimaschutz, vermehrte Nutzung von erneuerbaren Energien, Kreislaufwirtschaft und weitgehende Schließung von Stoffkreisläufen, Senkung des Ressourcenverbrauchs und die Substitution nicht erneuerbarer Ressourcen durch erneuerbare Ressourcen. Diese Wirtschaftsweise steht im Einklang mit Natur und Umwelt und dient der Erhaltung der Artenvielfalt, wobei auf Wirtschaftswachstum durch Innovationen gesetzt wird.

Bei der Realisierung der konzeptionellen Bausteine einer Green Economy weist Deutschland im internationalen Vergleich eine positive Bilanz auf. In vielen Feldern besitzt Deutschland dank der Produkt-, Prozess- und Organisationsinnovationen der Wirtschaft eine Vorreiterrolle. Der Übergang von der Idee der Green Economy bis hin zu einem ganzheitlichen wirtschaftspolitischen Konzept, das global Anwendung findet, ist ohne entsprechende Problemlösungen, Technologien und Dienstleistungen nicht denkbar. Hier setzt man vor allem auf neue innovative Umwelt- und Effizienztechnologien. Auf diesem Feld leistet die deutsche Wirtschaft mit der Entwicklung und dem Angebot von Techniken und Produkten „made in Germany“ einen großen Beitrag zur „grünen Transformation“ der Wirtschaft – nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene.

Die deutsche GreenTech-Branche gilt als wichtiger Treiber der Green Economy und befindet sich derzeit auf einem Wachstumspfad. So wies die Branche zwischen 2007 und 2010 ein jahresdurchschnittliches Wachstum um 12 Prozent auf. Die Entwicklung von Umwelttechniken und Ressourceneffizienz „made in Germany“ hat im Jahr 2011 ein Marktvolumen von 300 Milliarden Euro erreicht. Dies entspricht rund 15 Prozent des globalen Marktvolumens. Dabei sind die Technologiesegmente der Energieeffizienz mit 98 Milliarden und umweltfreundliche Energien und Energiespeicherung mit 71 Milliarden die wichtigsten Leitmärkte der deutschen GreenTech-Branche. Mit Blick auf die Positionierung auf dem globalen Markt liegt die besondere Stärke der deutschen Anbieter im Bereich umweltfreundliche Energien und Energiespeicherung mit einem Weltmarktanteil von 23 Prozent und Kreislaufwirtschaft mit 17 Prozent. Mit 14 Prozent des Weltmarktanteils sind deutsche Firmen auch bei Energieeffizienztechnologien gut positioniert.

Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien fungieren vor allem die Bereiche Umwelttechnik und Ressourceneffizienz als Wachstumstreiber der deutschen GreenTech-Branche. Dabei spielt die Verankerung von Umwelttechnologien und Ressourceneffizienz in klassischen Industriezweigen, beispielsweise im Maschinen- und Anlagenbau, in der Elektrotechnik oder im Fahrzeugbau, eine tragende Rolle. Diese Industriezweige tragen durch Diversifizierung, Flexibilität, Innovation und Investition wesentlich zum Wachstum der Branche bei. Sie profitieren aber auch von den entwickelten Umwelttechniken etwa bei der Effizienzerhöhung im Bereich Umwelt, Energie und Ressourcen. Diese Verflechtung macht den Querschnittscharakter der GreenTech-Branche deutlich. Die Branche ist sehr innovativ mit einer breiten Palette an Technologien und Dienstleistungen. Sie ist gut im internationalen Wettbewerb positioniert. Um die hohe Innovationsfähigkeit und die gute Positionierung der deutschen Unternehmen im globalen Wettbewerb in den Leittechnologien und Schlüsselmärkten weiter zu stärken, muss ein solides Zusammenwirken von Politik und Wirtschaft gewährleistet sein.

Umwelttechnologie-Atlas

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: GreenTech made in Germany 3.0 – Umwelttechnologie-Atlas für Deutschland

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Umweltwirtschaftsbericht

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Umweltwirtschaftsbericht 2011 – Daten und Fakten für Deutschland

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28. September 2016

Industriestruktur Starke M+E-IndustrieArrow

Die Metall- und Elektro-Industrie ist das Herz des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland. Über 3,9 Millionen Mitarbeiter erwirtschafteten dort – einschließlich Stahlerzeugung – 2015 einen Umsatz von etwa 1,1 Billionen Euro. Damit stellt die M+E-Industrie 65 Prozent aller Industriebeschäftigten und vereint 63 Prozent der Industrieumsätze auf sich. mehr auf iwd.de

Forschungsförderung
IW-Nachricht, 21. September 2016

Forschungsförderung Die Unternehmen stärken Arrow

Die Grünen wollen forschende Unternehmen besser unterstützen. Die Idee: Kleine und mittlere Betriebe können einen Teil ihrer Forschungsausgaben steuerlich absetzen. Das ist auch dringend nötig, denn Deutschland droht im internationalen Wettbewerb den Anschluss zu verlieren – schon 27 von 34 OECD-Ländern fördern ihre forschenden Unternehmen durch unbürokratische Steuererleichterungen. mehr

Industrielle Arbeitskosten im internationalen Vergleich
IW-Trends, 20. September 2016

Christoph Schröder Industrielle Arbeitskosten im internationalen VergleichArrow

Die Arbeitskosten des westdeutschen Verarbeitenden Gewerbes beliefen sich im Jahr 2015 auf 40,90 Euro je Arbeitnehmerstunde. Damit liegt Westdeutschland an sechster Stelle des 44 Länder umfassenden Arbeitskostenvergleichs des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und hat gegenüber dem Durchschnitt der fortgeschrittenen Industrieländer um fast ein Viertel höhere Arbeitskosten zu tragen. mehr