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Regulierung umfasst all jene gesetzgeberischen, verhaltensbeeinflussenden Maßnahmen mit denen der Staat in Form von Gesetzen, Verordnungen und Regeln auf das Wirtschaftsgeschehen Einfluss nimmt. Ziel dabei ist vielfach, unternehmerisches oder individuelles Verhalten im Sinne des Staates zu steuern oder – z.B. beim Arbeitsrecht – Schwächere vor der Ausbeutung durch Stärkere zu schützen. Letztlich sollten diese staatlichen Eingriffe natürlich dem Ziel dienen, den Wohlstand und das Wohlbefinden und Glück der Menschen zu erhöhen.

Das Maß der Regulierung ist von Land zu Land unterschiedlich. Mit dem IW-Regulierungsindex wurde die unterschiedliche Regulierungsintensität in 28 OECD Staaten anhand von mehr als 100 Variablen nun zuletzt für das Jahr 2010 gemessen. Mit diesen Daten lassen sich nun die Auswirkungen von staatlichen Regulierungen durch Ländervergleiche ermitteln. Bei der Untersuchung des Zusammenhangs zwischen dem Regulierungsindex des IW Köln und den Daten der World Data Base of Happiness zeigt sich: Je weniger Regulierung, desto größer ist die Lebenzufriedenheit der Bevölkerung (siehe Abbildung). Am Beispiel Dänemark kann dieser Zusammenhang illustriert werden: Mit 25 von 100 Punktwerten ist die Regulierungsintensität dort am zweitgeringsten und im Hinblick auf die durchschnittliche Lebenszufriedenheit rangiert das Land auf Platz eins (8,3 von 10 Punkten). In Italien und der Türkei hingegen scheint unter anderem die intensive Einmischung des Staates negative Konsequenzen für das Glück der einzelnen Menschen zu haben. Bei einer im internationalen Vergleich sehr hohen Regulierungsintensität von über 64 Punkten liegt die subjektive Lebenszufriedenheit der Italiener nur bei 6,7, bei den Türken sogar nur bei 5,6 Punkten.

Zurückzuführen ist dieser negative Zusammenhang zwischen Glück und Regulierung vor allem auf das Bedürfnis des Menschen nach Freiheit. Glücksforscher fanden in zahlreichen Untersuchungen heraus, dass sowohl wirtschaftliche, als auch politische und persönliche Freiheit die Menschen zufriedener machen. Diese Feststellung ist an keine Kultur, Religion oder Weltanschauung gebunden, sondern gilt universell für alle Menschen.

Damit kommt dem politischen System eine wichtige Rolle für das Glückempfinden zu: Menschen in Demokratien sind glücklicher. Politische Partizipation sorgt zum einen für eine größere Identifikation mit dem Staat und dessen Entscheidungen innerhalb der Bevölkerung. Zum anderen macht allein das Recht auf politische Teilhabe, unabhängig davon, ob die Menschen es tatsächlich nutzen, glücklicher.

Wenngleich manch einer über die Qual der Wahl stöhnt, wenn er zwischen zu vielen Handytarifen wählen muss, sind staatliche Vorschriften zur Einschränkung der Wahlfreiheit dennoch keine Glücksgaranten. Statt die Freiheit durch Staatseingriffe direkt einzuschränken, könnten unverbindliche Vorgaben und Voreinstellungen helfen, die Entscheidungen zu erleichtern – und gleichzeitig das Recht auf Freiheit unangetastet zu lassen.

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