Herausforderung globaler Wandel
Herausforderung globaler Wandel

Unter den vorgegebenen Veränderungen in Natur und Gesellschaft, die die Menschheit als Ganzes und auf längere Sicht betreffen – so eine Definition des Begriffs globaler Wandel –, kommt der befürchteten Verknappung und Verteuerung von Rohstoffen die größte strategische Relevanz zu. Steigende Preise spiegeln wider, dass die Nachfrage nach Rohstoffen schneller wächst als das Angebot. Große Entlastungseffekte gelten der Mehrheit der Befragten als wenig wahrscheinlich. So verwundert es nicht, dass die Entwicklung auf den Rohstoffmärkten überwiegend als Risikofaktor wahrgenommen wird – auch wenn ein besonders sparsamer Ressourceneinsatz Wettbewerbsvorteile verspricht.

Etwas anders verhält es sich beim zweitwichtigsten Thema: Im demografischen Wandel in den Industrienationen können die Geschäftsführer mehr Chancen als Risiken erkennen. Der Klimawandel, in diesem Zusammenhang auf Platz 3, wird ebenfalls als eine chancenreiche Herausforderung gesehen, wenn auch weniger ausgeprägt.

Auch noch deutlich wahrgenommen werden drei weitere globale Themen: wachsende Megastädte, die Probleme der Wasserver- und -entsorgung sowie das Bevölkerungswachstum in Entwicklungsländern und die Migra-tion. Für viele der damit umrissenen Problemkreise können deutsche Unternehmen Lösungen anbieten. Allein die Bedrohung der globalen Artenvielfalt bleibt dabei weitgehend außen vor.Wo mögliche Antworten auf die Herausforderungen liegen können, zeigen die Beurteilungen der wirtschaftlichen Relevanz bestimmter Problemlösungen und des weiteren Forschungsbedarfs. Die größte Bedeutung kommt der Nutzung erneuerbarer Energiequellen und nachwachsender Rohstoffe zu. Die Unternehmen setzen auch auf neue Recyclingtechnologien und auf die Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz, um den Anstieg der Rohstoffpreise zu verringern beziehungsweise um von ihnen unabhängiger zu werden.

Die Untersuchungsergebnisse zeigen schließlich, dass die Entwicklung von neuen Problemlösungen auf viele Hindernisse stößt – auf solche, die wie fehlende Ressourcen in den Unternehmen selbst liegen, aber auch auf Umstände, die von außen kommen und als Bremse wirken. Dies gilt in erster Linie für das regulatorische Umfeld und für die schwer vorherzusagenden zukünftigen Rahmenbedingungen.

Hendrik Biebeler/Mahammad Mahammadzadeh/Jan-Welf SelkeGlobaler Wandel aus Sicht der Wirtschaft – Chancen und RisikenForschungsbedarf und InnovationshemmnisseIW-Analysen Nr. 36, Köln 2008128 Seiten, 24,80 Euro, ISBN 978-3-602-14791-5