Ein klares Ergebnis liefert die IW-Generationenbefragung (vgl. zur Datengrundlage) gezogen werden: Bildung und Bildungschancen sind das wichtigste Gut, dass wir der nächsten Generation vererben wollen. Dies bestätigen 96 Prozent der befragten Deutschen, wobei der Anteil der Frauen, die Bildung als sehr wichtiges Erbe an die kommende Generation schätzen, noch um zwei Prozentpunkte höher ist als der Anteil der Männer. Die Politik sollte den Fokus der Staatsausgaben mit Blick auf die Generationengerechtigkeit weitaus mehr auf ein gutes Bildungs-und Ausbildungssystem legen.

Gerechtigkeit
Gerechtigkeit

51 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass es den kommenden Generationen diesbezüglich schlechter gehen wird, wenn keine Reformen unternommen werden. Offensichtlich hat die Bevölkerung die Ressource Humankapital als Basis für eine fortschrittliche und zukunftsfähige Gesellschaft erkannt. Die Kontinuität der Berichte über den demographischen Wandel oder den Fachkräftemangel könnten Gründe für dieses Bewusstsein sein. Die deutsche Bevölkerung wird in den nächsten Jahrzehnten schrumpfen und altern. Die Anforderungen an den Einzelnen zur Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme werden zunehmen, und diese Anforderungen lassen sich nur dann schultern, wenn unsere Kinder im Arbeitsleben noch produktiver werden als wir dies heute sind.

Als weitere wichtige Maßnahme mit Hinblick auf die Generationengerechtigkeit wird der Abbau der Staatsverschuldung angesehen. Dieses Ziel ist für die heute ältere Generation mit einem Anteil von insgesamt 90 Prozent wichtig. In der heute jüngsten Generation findet die Aussage „Der Abbau der Staatsverschuldung ist wichtig“ immerhin noch bei 77 Prozent Zustimmung. Gleichzeitig kämpfen viele EU-Staaten mit immensen Schuldenlasten, die teilweise auch zusätzlich von Deutschland getragen werden müssen. Die Zinszahlungen beschränken die Ausgaben für Investitionen in wichtige gesellschaftliche Bereiche wie zum Beispiel Kinderbetreuung oder Bildung.

Die Schuldenbremse kann – so ist zu hoffen – eine wirksame Schranke zumindest für die Neuverschuldung sein.

Trotz der fast täglichen Meldungen über Umweltkatastrophen und den voranschreitenden Klimawandel befindet sich die Wichtigkeit des Umweltschutzes „nur“ auf dem dritten Platz. Dabei lässt sich ein signifikanter Unterschied bezüglich des Antwortverhaltens nach Geschlecht feststellen: Frauen weisen dem Umweltschutz eine größere Bedeutung zu als Männer. Dass allgemein andere Ziele als wichtiger bewertet wurden, kann wohl darauf zurückzuführen sein, dass die klimatischen Vorfälle bisher meist andere Kontinente betreffen und Deutschland ein Vorreiter beim Umweltschutz ist (siehe auch: Umweltschutz: Wie wichtig ist die Schöpfung?). Die Deutschen sehen dieses Themenfeld zudem eher als ein globales als ein nationales Problem an.

Das Bewusstsein in der deutschen Bevölkerung für Fragen der Generationengerechtigkeit ist groß. Von größter Wichtigkeit sind dabei die Bildungschancen. Ein finanzielles Erbe zu hinterlassen, rangiert übrigens nur auf den hinteren Plätzen…

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