Die Einführung des Gebäudeausweises geht auf die EU-Gebäuderichtlinie vom Dezember 2002 zurück. Diese Richtlinie hätte bis Januar 2006 in nationales Recht umgesetzt werden müssen. Wahrscheinlich wird dies erst Anfang 2007 der Fall sein. Zurzeit gilt in Deutschland noch die Energieeinsparverordnung (EnEV) aus dem Jahr 2004. Diese schreibt auch heute schon für Neubauten einen so genannten Energiebedarfsausweis vor.

Noch nicht endgültig geklärt ist die Frage, welche Informationen der neue Energiepass beinhalten soll. Prinzipiell kann sich der Pass entweder am tatsächlichen Verbrauch oder am standardisierten Bedarf eines Gebäudes orientieren. Bei einer Verbrauchsorientierung wird der bisherige Energieverbrauch erfasst. Bei einem bedarfsorientierten Ausweis hingegen wird der Energiebedarf eines Hauses unabhängig von den individuellen Gewohnheiten der Vornutzer abgeschätzt. Diese Variante ist jedoch deutlich teurer. Wahrscheinlich wird es der Gesetzgeber dem jeweiligen Hausbesitzer überlassen, für welche Variante er sich entscheidet. Zusätzlich wird der Energiepass in den Fällen, in denen aus energetischer Sicht Verbesserungspotenzial besteht, auch Modernisierungsempfehlungen beinhalten. Darüber hinaus wird jedes Gebäude einer Effizienzklasse zugeordnet, ähnlich wie es schon heute bei Kühlschränken und Waschmaschinen der Fall ist.

Mit welchen Kosten Hausbesitzer bei der Erstellung des Gebäudeenergiepasses rechnen müssen, ist noch unklar. Allerdings hat die Deutsche Energie-Agentur (dena) in den Jahren 2003 und 2004 im Rahmen eines Feldversuches mehrere Tausend bedarfsorientierte Gebäudeenergiepässe erstellen lassen. Hierbei lagen die Kosten für den Energiepass eines Einfamilienhauses in über 90 Prozent der Fälle unter 200 Euro.

www.gebaeudeenergiepass.de