Der Internationale Währungsfonds geht davon aus, dass sich die Verluste aus der Finanzmarktkrise auf bis zu eine Billion US-Dollar addieren könnten. Diese Verluste fallen weltweit an, obwohl die faulen Kredite in den USA vergeben wurden. Dort mussten bislang 200 Milliarden Dollar abgeschrieben werden, in Deutschland 50 Milliarden.

Banken
Banken

Als positiv ist jedoch zu werten, dass die Ursachen der Finanzmarktkrise mittlerweile verstanden sind. Auslöser der Turbulenzen waren die hohen Zahlungsausfälle im US-Hypothekenmarkt (Grafik) aufgrund der wieder anziehenden Zinsen. Während zwischen 2003 und 2006 stets weniger als 2 Prozent der Hypothekendarlehen einen Zahlungsrückstand von mehr als 30 Tagen auswiesen, liegt die Quote mittlerweile bei über 3,5 Prozent. Aktuell zählen 12 Prozent der Hypothekendarlehen zur Kategorie Subprime – von Zwangsvollstreckungen sind jedoch zu 50 Prozent Subprime-Kunden betroffen. Dies macht überdeutlich, dass die Probleme vor allem in diesem Teil des Marktes zu suchen sind. Die eigentlichen Verwerfungen finden sich jedoch im Verbriefungsmarkt. Aufgrund der historisch niedrigen Zinsen Anfang dieses Jahrzehnts haben die institutionellen Anleger nach Alternativen zu den klassischen Festzinsanlagen gesucht, weil diese oftmals nur eine Realverzinsung nahe der Nulllinie boten. Mortgage-Backed Securities (MBS) galten als attraktive Alternative, zumal sie aufgrund der stetig steigenden Immobilienpreise als sehr sicher galten. So verfünffachte sich der MBS-Markt in den USA innerhalb weniger Jahre (Grafik).

Verbriefungsgeschäft
Verbriefungsgeschäft

Die Ausweitung des Marktes konnte jedoch nur über den Subprime-Markt erfolgen, was viele Investoren nicht realisierten. Schlimmer noch, aufgrund des Rendite- und Anlagedruckes der Investoren konnten die lokalen Banken und Kreditvermittler immer riskantere Kredite am Kapitalmarkt platzieren. US-Ökonomen wiesen nach, dass besonders dort viele neue Kredite vergeben wurden, wo in den Jahren zuvor aufgrund zu geringer Bonität viele Absagen erteilt wurden.

Wichtig ist es nun, die richtigen Lehren zu ziehen, denn langfristig wird man auf den Verbriefungsmarkt nicht verzichten können und wollen. Vor allem die Banken sind nun gefordert, Vertrauen zurück zu gewinnen, indem sie zum einen die Produkte wieder einfacher machen und zum anderen auch wieder einen Teil des Kreditrisikos tragen. Darüber hinaus sind die Ratingagenturen in der Pflicht. Sie müssen künftig konservativer bewerten und Beratung und Prüfung strikter trennen.

Die Studie „Hintergründe und Lehren aus der Suprime-Krise“ ist verfügbar unter: www.immobilienoekonomik.de