Die Kunden vertrauen ihrer Hausbank Image

Geldgeschäfte sind Vertrauenssache: Meistens haben die Kunden zu wenig Wissen, um teils sehr komplexe Finanzprodukte einschätzen zu können, und sie kennen auch nicht ohne weiteres die genaue Höhe der Provision, die ihr Bankberater an einem bestimmten Abschluss mit ihnen verdient. Als Bankkunde sind sie deshalb ähnlich wie beim Arztbesuch darauf angewiesen, ihrem Berater vertrauen zu können. So würde man meinen, dass sich der durch die Wirtschafts- und Finanzkrise verursachte Vertrauensverlust in die Bankenbranche auch im Misstrauen gegenüber dem eigenen Berater niederschlägt.

Tatsächlich hat eine Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach zur öffentlichen Wahrnehmung von Banken im Jahr 2013 ergeben, dass bei 82 Prozent der Befragten das Vertrauen in die Branche durch die Finanzmarktkrise gelitten hat. Das verwundert nicht, denn 84 Prozent sehen in den riskanten Geschäften der Banken die Hauptursache für die Euro-Krise; 70 Prozent gaben unabhängig von der Finanzkrise gefragt an, kein oder nicht so großes Vertrauen in die deutschen Bankenbrache zu haben (Grafik).

Der direkte Schluss von der Branche auf die Bank des eigenen Vertrauens trifft allerdings nicht zu. Nach wie vor sprechen 73 Prozent den Hausbanken ihr Vertrauen aus, und die große Mehrheit von 90 Prozent ist mit der Arbeit ihrer eigenen Bank zufrieden. Diese unterschiedlichen Wahrnehmungen können auf die guten und langjährigen Erfahrungen mit der eigenen Bank vor Ort und auf den persönlichen Kontakt mit dem Berater zurückgeführt werden. Von denjenigen, die sich in den vergangenen zwei, drei Jahren beraten ließen, gaben 87 Prozent an, mit der Beratung zufrieden oder sehr zufrieden gewesen zu sein.

Zudem ist bei der Frage nach den Hauptursachen der Finanzmarktkrise das Bild differenziert. Die Befragten sehen als Ursache der Krise neben der bereits erwähnten zu hohen Risikobereitschaft der Banken (84 Prozent) auch die falsche Schuldenpolitik einiger EU-Staaten (82 Prozent), die verfrühte Aufnahme einiger Länder in die Euro-Zone (75 Prozent) und zu große wirtschaftliche Unterschiede zwischen den Mitgliedsländern (71 Prozent).

Die Banken sollten dennoch die Fehlentwicklungen in der eigenen Branche korrigieren und versuchen verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Ohne das Vertrauen in das System laufen die Banken langfristig Gefahr, ihre sogenannte Licence to operate, also die Legitimationsbasis zum wirtschaftlichen Tätigwerden, zu verlieren. Diese Erlaubnis wird nicht einzeln formal erworben; sie besteht kollektiv für alle Unternehmen und wird eher schleichend durch zunehmende öffentliche Kritik entzogen.

Die Allensbach-Studie zeigt, dass die Hausbanken mit ihrer kompetenten Beratung eine solide Vertrauensbasis geschaffen haben, die sogar in Krisenzeiten Bestand hat. Trotz der komplexen Zusammenhänge der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise sind die Kunden bereit, ein differenziertes Urteil über die Finanzdienstleister zu fällen, und dabei zwischen Bank und Branche zu unterscheiden.

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Bankenregulierung sollte nicht alle über einen Kamm scheren
Gastbeitrag, 3. Februar 2017

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Die wissenschaftlichen Berater von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel forderten laut Medienberichten eine stärkere Regulierung der Banken. Sie folgten dabei einem Vorschlag des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht. Dieses Vorhaben ist aber aus mehreren Gründen problematisch. Ein Gastbeitrag in der Zeitschrift Profil von IW-Finanzmarktökonom Markus Demary. mehr

ECB Might Overshoot the Inflation Target
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