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Haben Sie sich schon einmal gefragt, wo die vielfältigen Waren der Händler eigentlich herkommen und wie diese produziert wurden? Dass Glühwein und Co. auf dem Weihnachtsmarkt zum Beispiel am Kölner Dom in regionalen Betrieben hergestellt werden, zertifiziert seit zwei Jahren der TÜV Nord. Insgesamt sind es dort über 40 Stände, die über eine Bio-Zertifizierung verfügen. Neben Bio-Glühwein, Bio-Bratwurst, und Bio-Crêpes, ist es für die Veranstalter wichtig, dass auch die Kunsthandwerker faire Ware anbieten. Es wird darauf geachtet, dass ein Großteil der Produkte aus Deutschland und dem europäischen Ausland kommt, und dass für außereuropäische Waren die Standards des Fairtrades erfüllt werden.

Fairtrade Deutschland berichtet von kontinuierlich steigenden Absätzen. So liegen im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr die Umsätze aus Fairtrade-zertifizierten Produkten um 18 Prozent höher. Es handelt sich dabei um ein Wachstum von 400 Millionen Euro. Nach Kaffee sind Blumen und Bananen die meist vertriebenen Produkte. Gründe für diesen Anstieg sieht Fairtrade Deutschland unter anderem in der größeren Vielfalt, in einer gestiegenen Nachfrage und einem steigenden Engagement auf der Herstellerseite. Die Motivationen der Nachfrager für einen Wechsel zu Fairtrade- und Bio-Produkten sind vielfältig. Neben der Intention, mit dem Kauf von regionalen Bio-Produkten die eigene Wirtschaft zu unterstützen und Qualitätsware zu konsumieren, geht es beim Kauf auch um das eigene Gewissen und soziale Aspekte.

Das Bewusstsein über den Konsum von Lebensmitteln ändert sich zunehmend. Wo es oft nur auf Quantität und niedrige Preise ankam, wird mittlerweile, nicht zuletzt wegen der Berichterstattung über Lebensmittel- und Arbeitsbedingungsskandale, vermehrt auf Qualität, Nachhaltigkeit und einen fairen Arbeitsprozess geachtet. Der Kauf und Konsum von Fairtrade-Produkten bereitet, anders als das Spenden, nicht nur ein gutes Gewissen, sondern fördert auch das eigene Wohlbefinden durch nachhaltigen Konsum. Er wirkt wie eine Investition in die Wirtschaft und die Zukunft des Ursprungslandes – eine indirekte Spende.

Gleichzeitig meldet die Gesellschaft für Konsumforschung, dass das Spendenaufkommen der Deutschen rückläufig ist. Wo im Jahr 2011 noch 2,5 Milliarden Euro gespendet wurden, sind es im Jahr 2012 5,5 Prozent weniger. Hat das Spendenverhalten eine neue Form angenommen? Werden Geldspenden langsam von diesen indirekten Spenden abgelöst? Eins ist sicherlich klar: Schon der Kauf von zertifizierten Produkten schafft ein gutes Gefühl. Und da Weihnachten die Zeit des Schenkens und des Genusses ist, lassen sich der Glühwein und die Bratwurst noch mehr genießen und die Weihnachtsgeschenke mit einem besseren Gewissen kaufen, wenn sie fair gehandelt wurden.