Rund 350 Gäste folgten der Einladung von Professor Randolf Rodenstock, Vorstandsvorsitzender des Roman Herzog Instituts (RHI), am 20. November 2013 in die Residenz in München. Unter dem Titel „Führung ANDERS denken“ diskutierten sie mit hochkarätigen Vertretern aus verschiedenen Disziplinen. Das RHI versteht sich als eine Plattform für den interdisziplinären Austausch. In diesem Sinne wurde das Thema Führung auf dem Symposium aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.

Aus den Berichten wurde deutlich, dass Führung, je nach Kontext und Personen, sehr unterschiedlich sein kann. Eines hat Führung jedoch in den meisten Bereichen gemeinsam: Sie versucht Individualisten zu einem gemeinsamen Ziel zusammenzuführen. Führung muss also zwischen den Interessen der einzelnen Beteiligten vermitteln. Das gelingt am besten, so der Tenor der Experten, wenn das Ziel sinnstiftend oder sogar begeisternd ist.

In besonderen Bereichen der Führung, wie der Medizin oder der Bundeswehr, gilt dies zwar grundsätzlich genauso, jedoch kommen hier Extremsituationen vor. Im Falle eines unerwarteten Angriffs etwa, so Major Florian Lösl, Kompaniechef der Bundeswehr, funktioniert kooperative Führung nicht mehr, obwohl sie im Alltag durchaus gut gelingt. Dann rückt die Rolle der Führungskraft als Entscheider in den Vordergrund. Dazu bedarf es eines gewissen Maßes an Autorität und eines respektvollen Verhältnisses zum Mitarbeiter. Die Zusammenarbeit mit den Soldaten müsse in solchen Situationen wie einstudiert funktionieren.

Derart eindeutige Situationen kommen in der Führung aber selten vor. Insbesondere dann, wenn ein Konflikt zwischen Eigen- und Gemeinschaftsinteresse besteht, kommt der Führung eine tragende Rolle zu. Der RHI-Vorsitzende Randolf Rodenstock betonte, dass im Unternehmen die Gruppe vor dem Individuum kommen muss. Wie durch gute Führung der Gesamtnutzen statt des Eigennutzes einzelner Mitglieder vergrößert werden kann, zeigte Prof. Dr. Bettina Rockenbach, Ökonomin an der Universität zu Köln.

Praxisnahe Einblicke gab Petra Jenner, Managerin der Firma Microsoft in der Schweiz. Sie betonte die Bedeutung wertebasierter Führung – auch für den Unternehmenserfolg. Zum einen steige dadurch die Produktivität der vorhandenen Belegschaft, zum anderen könnten gute Leute gewonnen und gehalten werden. Laut Umfrage unter den rund 350 Gästen des Symposiums sollten sich Führungskräfte deutlich mehr Zeit für Führung nehmen, um diese Ziele zu erreichen. Wertschätzender Umgang führt nicht nur zu einem guten Verhältnis zwischen Mitarbeiter und Führungskraft, sondern auch zu neuen Ideen, Innovationen und mehr Kooperation.

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Gastbeitrag, 5. Dezember 2016

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IW-Kurzbericht, 1. Dezember 2016

Oliver Stettes Gute Arbeit: Höhere Arbeitszufriedenheit durch mobiles ArbeitenArrow

Digitale Technologien ermöglichen die Flexibilisierung von Arbeitsort und Arbeitszeit und vergrößern damit den Spielraum für ein selbstbestimmtes Arbeiten. Die IW-Beschäftigtenbefragung 2015 bestätigt, dass mobiles Arbeiten in der Tat mit mehr Zeitsouveränität im Job einhergeht. Die Arbeitszufriedenheit von Beschäftigten, die mobil arbeiten, ist auch aus diesem Grund signifikant höher als die ihrer Kollegen, die nie mobil arbeiten. mehr

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Die Digitalisierung birgt Potenziale, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Laut aktuellen Befragungsergebnissen im Rahmen des Unternehmensmonitors Familienfreundlichkeit 2016 sind Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen davon überzeugt. Fast jedes zweite stark digitalisierte Unternehmen – das sogenannte Unternehmen 4.0 – weist eine ausgeprägt familienfreundliche Unternehmenskultur auf. mehr