Der Gesetzgeber möchte den Anteil der erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren jedoch deutlich steigern. Im August 2007 hat das Bundeskabinett in Meseberg das Ziel festgelegt, bis zum Jahre 2020 mindestens 14 Prozent der benötigten Wärme aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Ein wichtiges Instrument zur Erfüllung dieses Ziels soll das Gesetz zur „Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich“ (EEWärmeG) sein. Das Gesetz ist im Juni dieses Jahres beschlossen worden und tritt zum 1. Januar 2009 in Kraft. Laut des EEWärmeG müssen ab diesem Zeitpunkt alle Neubauten einen Teil ihres Wärmebedarfs aus erneuerbaren Energien decken. Wie hoch dieser Anteil sein muss, hängt von der Art der Energiequelle ab. Setzen die Bauherren beispielsweise auf solare Strahlungsenergie, so müssen damit mindestens 15 Prozent des Wärmebedarfs gedeckt werden. Diese Quote gilt als erreicht, wenn auf einem Ein- oder Zweifamilienhaus für jeden Quadratmeter Wohnfläche mindestens 0,04 m2 Solarthermie-Kollektoren installiert werden. Bei Häusern mit mehr als zwei Wohnungen reichen bereits 0,03 m2 pro Quadratmeter Wohnfläche.

Optionen zur Erfüllung des EEWärmeG
Optionen zur Erfüllung des EEWärmeG

Wird die Wärme mit Biogas erzeugt, so muss hiermit mindestens 30 Prozent der benötigten Wärme erzeugt werden. Das Biogas muss allerdings in sogenannten Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen eingesetzt werden. Also in Anlagen, die neben Wärme gleichzeitig auch Strom bereitstellen. Alle anderen Energiequellen müssen mindestens 50 Prozent des Wärmebedarfs decken. Dazu zählen feste oder flüssige Biomasse, Wärme aus Geothermieanlagen oder auch die Nutzung von Umweltwärme. Unter Umweltwärme versteht man die natürliche Wärme, die mit Hilfe einer Wärmepumpe der Luft oder dem Wasser entnommen werden kann. Bei der Geothermie wird die Erdwärme zum Heizen genutzt. Für ein normales Einfamilienhaus bietet sich die sogenannte oberflächennahe Geothermie an. Hierbei wird nur ein Loch mit einer Tiefe von einigen Metern gebohrt. Die dort herrschenden Temperaturen reichen noch nicht, um ein Haus zu heizen. Daher werden hierbei Wärmepumpen eingesetzt, die laut EEWärmeG allerdings einige Mindestanforderungen erfüllen müssen. Alle diese Maßnahmen können auch miteinander kombiniert werden.

Wer keine der Optionen nutzen kann, hat noch weitere Möglichkeiten, dem neuen Gesetz gerecht zu werden. So können Bauherren zum Beispiel durch zusätzliche Dämm- und Isolierungsmaßnahmen den Energiebedarf ihres neuen Hauses um mindestens 15 Prozent unter die gesetzlichen Anforderungen senken, um sich von der Pflicht zum Einsatz erneuerbarer Energien zu befreien. Ebenfalls die Anforderungen erfüllt hat der Bauherr, wenn er seine Wärme aus einem Nah- oder Fernwärmenetz bezieht, das anteilig aus erneuerbaren Energien oder aus Kraft-Wärme-Kopplung gespeist wird. Wer vorsätzlich gegen die Nutzungspflicht verstößt, muss mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro rechnen. Kritiker bemängeln an dem Gesetz den hohen bürokratischen Aufwand, der mit der Umsetzung verbunden sein wird. Alternativ wäre auch eine gesetzlich festgeschriebene Absenkung des durchschnittlichen Energiebedarfs von Gebäuden denkbar gewesen.

Neben der Nutzungsverpflichtung gibt es mit dem Marktanreizprogramm auch ein staatliches Förderprogramm, das den Einsatz von erneuerbaren Energien zur Wärmebereitstellung unterstützen soll. Parallel zur Einführung des Gesetzes werden diese Fördermittel zum Jahr 2009 um 150 Mio. Euro auf 500 Mio. Euro aufgestockt. Allerdings können Bauherren auf diese Fördergelder nur zurückgreifen, wenn sie die Anforderungen des neuen Gesetzes übererfüllen wollen. Die Einhaltung der Vorgaben kann nicht gefördert werden. Das Bundesumweltministerium schätzt die zusätzlichen Investitionskosten für Bauherren ab dem 1. Januar 2009 auf zwischen 2.600 Euro beim Einsatz einer Solarthermieanlage und bis zu 17.000 Euro beim Einsatz einer Wärmepumpe.

Wärme aus erneuerbaren Energien - Was bringt das neue Wärmegesetz?

Zum Download der Broschüre des Bundesumweltministeriums

Weitere Informationen zu Erneuerbaren Energien

aus dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle