Seit dem Jahr 1990 wurde jedoch auch die Nutzung weiterer erneuerbarer Energienquellen durch das neu geschaffene Stromeinspeisungsgesetz gefördert. Im Jahr 2000 wurde dieses Gesetz durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) abgelöst. Das EEG ließ Strom aus erneuerbaren Energien nicht nur höher vergüten als das vorherige Gesetz, sondern legte erstmals je nach Energiequelle unterschiedliche Vergütungssätze für den eingespeisten Strom fest. Hierbei erhalten die Betreiber für jede Kilowattstunde Strom einen festgelegten Vergütungssatz von den Netzbetreibern. Im Jahr 2004 trat eine novellierte Fassung des EEG in Kraft, in der die Fördersätze neu angepasst wurden.

Verteilung der EEG-Einspeisungen
Verteilung der EEG-Einspeisungen

Seit dem Beginn der gezielten Unterstützung der Strom-erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen ist diese Art der Förderung sowohl in der Öffentlichkeit als auch im wissenschaftlichen Bereich intensiv und auch kontrovers diskutiert worden. Die Befürworter der Förderung weisen auf die seit Jahren hohen Wachstumsraten der erneuerbaren Energien in Deutschland hin. Mittlerweile kommen bereits mehr als 14 Prozent des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energiequellen. Vor allem die Windenergie hat eine beeindruckende Entwicklung vollzogen. So gibt es mittlerweile in Deutschland rund 20.000 Windräder, die allein im Jahr 2006 mehr als 30.000 Gigawattstunden (GWh) Strom produzierten und so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Damit ist Deutschland das Land mit den meisten Windrädern weltweit. Auch im Bereich der Solarenergienutzung steht Deutschland gut da. Mit über 2.000 GWh Strom aus Sonnenenergie hat Deutschland auch hier die Weltspitze erreicht.

Kritiker des Erneuerbaren-Energien-Gesetz halten diesen Argumenten die sehr hohen Kosten der Förderung entgegen. Die Vergütung, die die Produzenten von Strom aus erneuerbaren Energien von den Netzbetreibern erhalten, holen sich diese von den Endkunden wieder. Im Jahr 2006 wurden für den erneuerbaren Strom insgesamt über 5,8 Milliarden Euro bezahlt. Um die gesamten Kosten des Gesetzes zu erfassen, müssen dieser Summe noch die Kosten für den notwendigen Netzausbau zugerechnet werden. Diese Kosten entstehen, da die Windräder nicht gleichmäßig über das Land verteilt sind, sondern vor allem wegen der dort günstigen Windverhältnisse überdurchschnittlich häufig im Norden Deutschlands anzutreffen sind. Darüber hinaus müssen noch Kosten für zusätzliche Regel- und Ausgleichsenergie berücksichtigt werden. Da der Wind nicht immer dann bläst, wenn gerade viel Strom gebraucht wird, andererseits Strom aber nur schlecht speicherbar ist, bedarf es Vorkehrungen in Form von Regel- und Ausgleichsenergie, um auch bei einer plötzlichen Windflaute noch Strom zu haben. Auf der anderen Seite werden aber auch Kosten durch den Einsatz der erneuerbaren Energien eingespart. Das sind jene Ausgaben, die durch die Produktion des Stroms mit den herkömmlichen Kraftwerken, wie zum Beispiel der Braunkohle, entstanden wären. Rechnet man alle diese Faktoren zusammen, so kommt man für das Jahr 2006 durch den Einsatz von erneuerbaren Energien auf Gesamtkosten von rund 3,3 Milliarden Euro.

Hinzu kommt, dass diese Kosten in Zukunft voraussichtlich noch deutlich steigen werden, da der Ausbau der erneuerbaren Energien weiterhin anhält. In den nächsten Jahren wird vor allem mit einem Ausbau der Windenergieanlagen auf dem Meer, den sogenannten Off-Shore-Anlagen, gerechnet. In einer gerade beschlossenen Novelle des EEGs wurden speziell für diesen Bereich die Vergütungssätze deutlich angehoben. Für eine einmal in Betrieb gegangene Anlage wird dann die Vergütung 20 Jahre lang gezahlt. Damit werden die Verbraucher also für heute errichtete Anlagen bis zum Jahr 2028 bezahlen müssen. Schätzungen gehen davon aus, dass sich allein für die Jahre 2008 bis 2014 die Einspeisevergütungen auf über 90 Milliarden Euro summieren werden.

www.bdew.de/bdew.nsf/id/DE_EEG-Jahres-_Mittelfristprognosen

www.bmu.de/erneuerbare_energien/downloads/doc/20095.php