Energieintensität im internationalen Vergleich
Energieintensität im internationalen Vergleich

Die entscheidende Ursache für höhere Ölpreise liegt im weltweit steigenden Energiebedarf. Vor allem Chinas Wirtschaftswachstum verlangt immer mehr Energie. So ist der Ölverbrauch im Reich der Mitte 2004 allein um 38,5 Millionen Tonnen auf 308,6 Millionen Tonnen gestiegen. Auch der weltgrößte Ölverbraucher USA hat noch einmal um 19,1 auf 927,3 Millionen Tonnen zugelegt. Schon heute sind unter den zehn größten Ölverbrauchern der Welt vier Schwellenländer: China, Russland, Indien und Brasilien. Selbst wenn die großen Industrieländer wie die USA, Deutschland und Japan ihren Verbrauch mehr oder weniger konstant halten würden, ist allein durch das erwartete Wirtschaftswachstum der Schwellenländer mit einer weiteren Zunahme der Nachfrage nach Erdöl zu rechnen. Der Wunsch nach stark fallenden Preisen dürfte daher wohl ein Traum bleiben. Für Unternehmen und Verbraucher wird die hohe Energierechnung zunehmend zu einer Belastung. So steigen die Ausgaben der privaten Haushalte für Erdgas und Mineralölprodukte in diesem Jahr auf 72,8 Milliarden Euro – 6,9 Milliarden Euro mehr als 2004. Hinzu kommen noch die höheren Ausgaben für elektrischen Strom. Seit 2000 stiegen die Kosten der Haushalte für Öl und Gas um 22,4 Prozent – allein im letzten Jahr um 10,5 Prozent.Eine Reihe von Gründen spricht jedoch dafür, dass die deutsche Volkswirtschaft heute weniger stark von den Energiepreissteigerungen betroffen sein wird, als es bei den beiden Ölpreisschocks vor rund 30 Jahren der Fall war. Insbesondere macht uns die stark verbesserte Energieeffizienz der gesamten Volkswirtschaft weniger anfällig gegenüber Preissteigerungen.Allein seit Anfang der neunziger Jahre konnte die Energieintensität der deutschen Volkswirtschaft deutlich zurückgefahren werden. So werden heute fast 20 Prozent weniger Energie benötigt, um 1.000 Euro Bruttoinlandsprodukt zu erzeugen, als noch 1991.Auch im internationalen Vergleich steht Deutschland hinsichtlich der Energieintensität durchaus gut da. Um 1.000 US-Dollar Bruttoinlandsprodukt zu erwirtschaften, werden in Deutschland 166,5 kg Erdöleinheiten an Primärenergie benötigt, ähnlich viel wie in Frankreich. In Österreich, Italien und Irland müssen für die gleiche Wohlstandseinheit lediglich 140,4 kg, 122,4 kg beziehungsweise 119,7 kg eingesetzt werden. Zu den Energieverschwendern gehören hingegen die USA mit 220,8 kg je 1.000 Dollar sowie die Tschechische Republik (272,8 kg) und Kanada (282,2 kg). Die ersten Aufrufe der US-Administration zu einem vernünftigeren und sparsameren Umgang mit Energie deuten darauf hin, dass auch hier die Abhängigkeit von den hohen Energiepreisen langsam verringert werden soll.