Kostenfaktor Energie
Kostenfaktor Energie

Der weltweit zunehmende Energiehunger und das kurzfristig kaum erweiterbare Angebot an Energie sorgen für steigende Preise. Das Wachstum in China und Indien, aber auch der anhaltend hohe Energieverbrauch in den Vereinigten Staaten treiben die Nachfrage in die Höhe. Krisenereignisse wie die Hurrikane im Golf von Mexiko oder der Atomstreit mit dem Iran lassen die Ölpreise zusätzlich in die Höhe schießen.

Was sich als warmer Geldregen für die Förderländer zeigt, stellt sich in den rohstoffarmen Industrieländern wie Deutschland trotz deutlich verbesserter Energieeffizienz als eine erhebliche Kostenbelastung für die heimische Wirtschaft dar. Davon sind nicht nur einzelne besonders energieintensive Branchen betroffen. Hohe Kosten für Energie machen sich bei Unternehmen aus unterschiedlichsten Sektoren in der Kasse bemerkbar.

Am stärksten schlagen sich die gestiegenen Energiepreise in der Metall- und der Chemieindustrie nieder. Die Betriebe der Metallerzeugung und -bearbeitung und der Herstellung von Metallerzeugnissen haben 2003 rund 5,1 Milliarden Euro für Rohöl, Kohle und andere Energieträger ausgegeben. Dieses Jahr wird die Rechnung aufgrund der inzwischen drastisch gestiegenen Energiepreise noch ein gutes Stück höher sein. Dies ist besonders problematisch, weil die meisten dieser Firmen mit ihren Produkten im starken internationalen Wettbewerb stehen und daher die Kostensteigerungen nicht ohne weiteres an ihre Kunden weitergeben können. Hier gefährdet die gestiegene Energierechnung Gewinne und damit auch Investitionen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Kosten der Energieversorgung durch hausgemachte Maßnahmen einseitig weiter erhöht werden – wie beispielsweise durch den europäischen Kohlendioxid-Emissionshandel geschehen.

In besonders hohem Maße trifft der hohe Energiepreis auch die Unternehmen der traditionell als energieintensiv geltenden Chemieindustrie. Sie musste im Jahr 2003 4,1 Milliarden Euro für Energie aufwenden. Eine hohe Energierechnung belastet auch die Ernährungswirtschaft: 2,2 Milliarden Euro waren 2003 fällig, fast 20 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor. Ähnlich sieht es für den Bereich der Papierindustrie und des Verlags- und Druckgewerbes aus. Die jährliche Energierechnung stieg bei diesen Unternehmen binnen fünf Jahren um knapp 25 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Dieselbe Summe musste auch vom Fahrzeugbau ausgegeben werden – 0,3 Milliarden Euro mehr als 1998.