Energieeffizienz
Energieeffizienz

Die hohe Priorität der Energieeffizienz aus der Sicht der Wirtschaft wurde auch in der zweiten IW-Befragung der Unternehmen und Unternehmensverbände bestätigt. Im Rahmen des IW-Umwelt-Expertenpanels 2/2007 wurden Ende März bis Anfang April Vertreter von 146 Unternehmen und 56 Verbänden online zu verschiedenen Aspekten der Energieeffizienz befragt. Insgesamt haben sich 149 Teilnehmer des Umweltpanels an der Befragung beteiligt, darunter Umweltexperten aus 107 Unternehmen und aus 42 Wirtschaftsverbänden. Die Rücklaufquote betrug wie bei der ersten Panelbefragung Anfang Januar 2007 rund 75 Prozent.Über 83 Prozent der befragten Wirtschaftsverbände gaben an, dass das Thema Energieeffizienz auf ihrer Verbandsebene eine sehr hohe bzw. hohe Priorität besitzt. Dem Thema wurde bei 10 Prozent eine mittlere und bei 2 Prozent eine geringere Priorität beigemessen. Auf der vorgegebenen Skala wurde das Thema lediglich bei zwei der befragten Verbände mit „keine Priorität“ angegeben.

Die Energieeffizienz ist bei den befragten Wirtschaftsverbänden kein Lippenbekenntnis oder Modewort. Sie setzten diese vielmehr in der Praxis um. Das zeigt sich auch in ihren vielfältigen themenbezogenen Angeboten und Hilfestellungen für ihre Mitgliedsunternehmen. Von fast 81 Prozent der Verbände wurden den Mitgliedsunternehmen konkrete Angebote zur Verbesserung der Energieeffizienz zur Verfügung gestellt. Weitere 5 Prozent der Verbände stellen zwar zurzeit keine Angebote bereit, jedoch werden solche Maßnahmen gerade vorbereitet. Bei etwa 14 Prozent der Kammern und Verbände waren und sind nach dem aktuellen Stand keine eigenen Angebote zur Erhöhung der Energieeffizienz vorhanden.

Der Angebotskatalog ist sehr breit und reicht von themenbezogenen Seminaren über Beratungen vor Ort bis zur Finanzierung von Forschungsprojekten der Mitgliedsunternehmen. Im Durchschnitt werden genau zwei Maßnahmen angeboten. Unter den Verbänden, die Angebote bereitstellen, sind es im Schnitt 2,7 Maßnahmen. Dabei steht die persönliche Beratung gegenüber der Weitergabe vorgefertigter Materialien deutlich im Vordergrund. Die meisten Verbände – 55 Prozent – bieten Seminare und Workshops an, auf denen sich Unternehmen über Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz informieren können. An zweiter Stelle des Maßnahmenkatalogs stehen mit gut 41 Prozent schriftliche Ratgeber. Bei 36 Prozent der befragten Wirtschaftsvereinigungen wird dies durch mündliche bzw. telefonische Beratungen ergänzt. Ein knappes Drittel der Verbände berät seine Mitglieder sogar vor Ort. Vergleichsweise wenig wird das Internet zur Hinterlegung von Beratungsmodulen genutzt. Eine kleine Zahl von Verbänden kann schließlich die Steigerung der Energieeffizienz durch Tests im verbandseigenen Forschungsinstitut unterstützen.

Über diese Maßnahmen hinaus stellen 21 Prozent der befragten Wirtschaftsvereinigungen ihren Mitgliedern weitere Angebote zur Verbesserung der Energieeffizienz zur Verfügung, die nicht in dem vorgegebenen Katalog enthalten sind. Neben der Finanzierung von Forschungsprojekten wird der Austausch von Best Practice-Beispielen organisiert, bei Kampagnen mitgewirkt sowie Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt. Die Bereitstellung von politisch und rechtlich relevanten Informationen stellt ein weiteres Angebot der Verbände dar, welches in der Regel per Rundschreiben an die Mitglieder versandt wird. Als weitere Maßnahmen wurden themenbezogene Arbeitskreise, die Mitwirkung bei extern organisierten Workshops sowie Energietische für Mitglieder angegeben.