Die wichtigsten Umweltthemen aus Sicht der EU-Bürger
Die wichtigsten Umweltthemen aus Sicht der EU-Bürger

Die Ergebnisse waren eindeutig: Auf die Frage, wie wichtig ihnen der Umweltschutz persönlich sei, antworteten durchschnittlich 96 Prozent der EU-Bürger, ihnen sei die Umwelt sehr oder ziemlich wichtig. In einigen Ländern, wie beispielsweise in Schweden, lag dieser Wert sogar bei 99 Prozent. Deutschland befindet sich mit 96 Prozent genau im EU-Durchschnitt. Die geringste Unterstützung erhielt die Umwelt mit immer noch 90 Prozent in Rumänien.

Doch welche Themen sind es genau, die die Europäer beschäftigen? Auch diese Frage wurde in der Untersuchung gestellt. Dabei konnten die Befragten aus einem Themenkatalog bis zu fünf Antworten auswählen. Es zeigte sich, dass sich die Reihenfolge der wichtigsten Umweltthemen im Vergleich zur letzten Untersuchung aus dem Jahr 2004 zum Teil deutlich verschoben hat. Das mit Abstand wichtigste Thema im Jahre 2008 ist der Klimawandel mit 57 Prozent. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Wasser- und die Luftverschmutzung. Vor vier Jahren lag der Klimawandel mit 45 Prozent noch auf dem vierten Platz. Die intensive Diskussion der letzten Jahre zu den Ursachen und Folgen des Klimawandels und die Veröffentlichung des Klimaberichts durch den UN-Klimarat IPCC sowie die Vergabe des Friedensnobelpreises an den Klimaschutzaktivisten Al Gore und den UN-Klimarat spiegeln sich wohl auch in diesen Einschätzungen wider. Passend dazu sehen die Europäer die Lösung der wichtigsten Umweltprobleme auch eher nicht auf nationalstaatlicher Ebene. So gaben rund zwei Drittel der Befragten an, dass Entscheidungen im Bereich des Umweltschutzes eher auf EU-Ebene getroffen werden sollten. In Deutschland sahen das sogar 75 Prozent aller Befragten so.

Die Europäer sehen die Verantwortung für eine saubere und lebenswerte Umwelt nicht zuletzt auch bei jedem Einzelnen. So gaben zwar 90 Prozent der Befragten an, dass die Hauptverantwortung für den Umweltschutz bei der Industrie und den Unternehmen liegen sollte, doch sagten ebenfalls 86 Prozent, dass auch jeder Einzelne eine Rolle beim Umweltschutz spielen könne. In den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, Dänemark, Griechenland und in Deutschland wird die Rolle des Einzelnen sogar als wichtiger eingeschätzt als die von Industrie und Unternehmen.

Nach eigenen Angaben sind die Bürger Europas auch geneigt, selbst etwas für die Umwelt zu tun. So gaben 75 Prozent aller Befragten an, bereit zu sein, umweltfreundliche Produkte zu kaufen, auch wenn diese etwas teurer als herkömmliche Produkte sein sollten. Auf die Frage, ob sie denn auch tatsächlich im Verlauf des letzten Monats solche Produkte gekauft haben, mussten allerdings 83 Prozent eingestehen, dies nicht getan zu haben. Hier hinkt das tatsächliche Handeln den Überzeugungen noch einen Schritt hinterher. An anderen Stellen haben die Bürger der Europäischen Union ihr eigenes Handeln allerdings schon auf den Umweltschutz ausgerichtet. Immerhin gaben 59 Prozent der befragten Europäer an, ihren Abfall zu trennen. Fast die Hälfte der Befragten sagte zudem, innerhalb des letzten Monats den eigenen Energieverbrauch reduziert zu haben, und rund 37 Prozent gaben an, beispielsweise beim Geschirrspülen oder Duschen ihren Wasserverbrauch gezielt gedrosselt zu haben.

http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/ebs/ebs_295_de.pdf