EEG-Novelle Image

In dem Gesetz sind technologiespezifische Mindestvergütungen festgeschrieben, die für eine Kilowattstunde regenerativ erzeugten Strom an die Betreiber der Anlagen gezahlt werden. Die Kosten werden durch die sogenannte EEG-Umlage gleichmäßig auf alle Verbraucher verteilt. Sie berechnet sich aus der Differenz der Mindestvergütungen und den Erlösen des Stroms aus der Vermarktung.

Für das Jahr 2011 beträgt die EEG-Umlage 3,53 Cent pro Kilowattstunde. Wie sie sich in Zukunft entwickeln wird, hängt maßgeblich vom Börsenpreis für Strom und der Ausbaugeschwindigkeit der verschiedenen erneuerbaren Energien ab. Je höher der Börsenpreis für Strom ist, desto geringer ist die Differenz zwischen der garantierten Mindestvergütung und dem Erlös aus der Vermarktung; mit einer zunehmenden installierten Leistung steigen auch die Ansprüche der Anlagenbetreiber.

Aufgrund der technologiespezifisch unterschiedlichen Mindestvergütungen haben die verschiedenen Technologien auch einen unterschiedlich starken Einfluss auf die EEG-Umlage. Die teuerste im EEG geförderte Technologie ist derzeit die Photovoltaik. Eine Kilowattstunde wurde in den letzten Jahren durchschnittlich mit rund 50 Cent vergütet.

Mit weitem Abstand folgt die Biomasse (ca. 15 Cent pro Kilowattstunde). Wesentlich günstiger sind hingegen Wasser- oder Windkraft mit 8 bzw. 9 Cent pro Kilowattstunde. Vor allem der starke Ausbau der Photovoltaikanlagen ist daher ein Kostentreiber der erneuerbaren Energien. 2010 wurde mit schätzungsweise 5,5 Milliarden Euro bzw. 40 Prozent der größte Anteil der EEG-Vergütungen für Solarstrom gezahlt. Die Windkraft – nach wie vor die ergiebigste erneuerbare Energiequelle – verschlingt hingegen nur knapp mehr als 3 Milliarden Euro. Auch die Energiegewinnung aus Biomasse wird immer wichtiger. Die eingespeiste Jahresenergiemenge hat sich seit 2006 auf rund 27 Terrawattstunden mehr als verdoppelt. Die gezahlten Vergütungen haben sich im gleichen Zeitraum mit rund 4,7 Milliarden Euro mehr als verdreifacht. Der Grund für das unterschiedlich starke Wachstum von installierter Leistung und Vergütungszahlungen: Vor allem kleine Anlagen wurden neu gebaut. Die Grundvergütung ist bei kleinen Anlagen höher. Zudem profitieren sie von umfangreichen weiteren Bonusregelungen.

Auf die Ausbaugeschwindigkeit der erneuerbaren Energien nimmt der Gesetzgeber Einfluss. Aufgrund des unerwartet starken Zubaus an Photovoltaikanlagen wurde die Vergütungsstruktur für Photovoltaikanlagen bereits 2010 außerplanmäßig durch ein Änderungsgesetz angepasst. Das EEG wird regelmäßig evaluiert und mit einer Gesetzesnovelle den aktuellen Entwicklungen angepasst. Derzeit liegt die konsolidierte Fassung für das ab dem 1. Januar 2012 gültige EEG vor. Darin wurden die durchschnittlichen Mindestvergütungen für die meisten Technologien gesenkt. Besonders kleine Biomasseanlagen sind von den Kürzungen betroffen. Hier wurden die umfangreichen Boni großteils gestrichen. Aber auch bei der (Onshore-) Wind- oder Wasserkraft wurde gekürzt. Mit den Kürzungen reagiert der Gesetzgeber einerseits auf die Überförderung einiger Technologien in der Vergangenheit. Andererseits wird die Branche dadurch gedrängt, zukünftige Kostensenkungspotenziale auch zu nutzen.

Ein weiteres Ziel der neuen EEG-Fassung ist es, erneuerbare Energien zunehmend in den Strommarkt zu integrieren. Mit einer Marktprämie wird ein Anreiz für die Anlagenbetreiber gesetzt, erzeugten erneuerbaren Strom direkt an der Börse zu vermarkten. Die Marktprämie deckt die Differenz zwischen der Mindestvergütung und dem durchschnittlichen Börsenpreis für Strom. Sofern es einem Anlagenbetreiber also gelingt, bei der Direktvermarktung einen überdurchschnittlichen Preis zu erzielen, kann er sich dadurch besserstellen. Im Fall der Direktvermarktung entfällt die Mindestvergütung. Folglich wirkt sich die Marktprämie kostensenkend auf die EEG-Umlage aus.

Trotz steigender EEG-Stromeinspeisung kann sich die EEG-Umlage auch rückläufig entwickeln. Die gekürzten Vergütungszahlungen in der EEG-Novelle 2012 tragen dazu bei. Verschiedene Untersuchungen gehen nach dem deutlichen Anstieg der EEG-Umlage in den letzten Jahren tendenziell von einem moderaten Wachstum aus. Ab 2015 etwa wird sogar ein leichter Rückgang erwartet.

Website der Bundesnetzagentur
www.bnetza.de

Erneuerbare-Energien-Gesetz
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