Bei Fahrzeugen aus deutscher Produktion sind es sogar rund 99 Prozent des Bestandes. Die entsprechenden Informationen können in der Liste der Deutschen Automobiltreuhand (DAT) eingesehen werden.

Doch nicht nur die Sorge um den Motor trieb die Autofahrer in den E10-Boykott. Auch die Preisgestaltung, der höhere Verbrauch und die Umweltwirkung von Ethanol und Biodiesel spielten hier eine Rolle. Obwohl der größte Teil der heute verwendeten Biokraftstoffe aus europäischer Produktion stammt, wurde auch die Frage diskutiert, ob die Verwendung von Biokraftstoffen den Hunger in der Welt fördert. Es wurde auch schon vor Jahren darauf hingewiesen, dass Biodiesel und Ethanol nur eine Übergangslösung darstellen können. Da sie nur aus bestimmten Pflanzenteilen hergestellt werden können, war das Mengenpotenzial stets gering und der Flächenbedarf hoch. Auch die Folgen der Düngung beim Anbau von Energiepflanzen waren bekannt. Zudem sind die aktuellen Biokraftstoffe chemisch etwas anderes als Benzin oder Diesel, so dass ihre Beimischung die Verbrennungsprozesse im Motor verkompliziert und zu Mehrverbrauch führt.

Doch trotz all dieser Schwächen haben Biokraftstoffe eine Zukunft, denn insbesondere der Güterverkehr bleibt auf flüssige Kraftstoffe angewiesen. Dies bedeutet aber nicht unbedingt den Einsatz von Ethanol und Biodiesel. Die Zukunft gehört eher den Biokraftstoffen der zweiten Generation. Gemeint sind damit Stoffe wie Biomass to Liquids (BTL), die viele Vorteile gegenüber den heutigen Biokraftstoffen aufweisen. Bei der BTL-Produktion kann jede Pflanzenmasse als Rohstoffquelle genutzt werden. Eine interessante Rohstoffquelle wären Algen, die sich sehr leicht züchten lassen, ohne dabei Ackerfläche zu verbrauchen, und zudem den Aufbau eines geschlossenen Phosphatkreislaufes beim Dünger gestatten würden. Doch selbst wenn man Anbauflächen nutzt – beispielsweise um schnell wachsende Hölzer zu produzieren – wäre der Ertrag in etwa dreimal so hoch wie bei den heutigen Biokraftstoffen. Diese Biokraftstoffe stehen damit in einer viel geringeren Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion und versprechen viel größere Kraftstoffmengen. Die Biokraftstoffe der zweiten Generation entsprechen zudem chemisch praktisch dem heutigen Benzin, nur in viel reinerer Form. Es gäbe daher keine Anpassungsprobleme, wie sie derzeit vom E10 ausgelöst werden. Sie stellen also die Zukunft des Biosprits dar, sind aber noch in der industriellen Erprobung. Ende 2011 soll eine erste größere Produktionsanlage in Betrieb genommen werden.

http://www.dat.de/e10liste/e10vertraeglichkeit.pdf

Ansprechpartner

8. November 2016

Internationale Klimapolitik Von Kyoto über Paris nach MarrakeschArrow

Vor einem Jahr wurde das Pariser Klimaabkommen als bahnbrechender Erfolg gefeiert. Bis zum 18. November sitzen nun in Marrakesch jene Staaten zusammen, die das Abkommen bereits ratifiziert haben. Sie müssen ihren Worten Taten folgen lassen – keine einfache Aufgabe. mehr auf iwd.de

21. Oktober 2016

Gastbeitrag Was China mit der Neuen Seidenstraße wirklich willArrow

China verfolgt mit dem Infrastrukturprojekt „Neue Seidenstraße“ nicht nur wirtschaftliche Interessen, glaubt Martin Uebele von der University of Groningen. Der Dozent für „Economic and Social History“ geht davon aus, dass Peking auch auf der politischen Bühne eine wichtigere Rolle spielen will. Kein Wunder, schließlich sieht sich China nach seinem historischen Selbstverständnis als Weltmacht. mehr auf iwd.de

One Belt One Road – Chinas neue Seidenstraße
IW-Kurzbericht, 17. Oktober 2016

Thomas Puls One Belt One Road – Chinas neue SeidenstraßeArrow

China treibt das Projekt der Neuen Seidenstraße voran. Hohe Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur anderer Länder wurden beschlossen. Damit will China zum einen den Zugang zu den Weltmärkten effizienter gestalten und zum anderen die Entwicklung seiner bislang wirtschaftlich abgehängten Provinzen fördern. mehr