Dem Thema wird auf politischer Ebene eine hohe Aufmerksamkeit geschenkt. So hat die EU-Kommission bereits im Jahr 2001 ein Grünbuch vorgelegt und 2002 eine Mitteilung zur CSR verabschiedet. Das Thema hat aber auch in der Wirtschaftspraxis an Bedeutung gewonnen. Unternehmen orientieren sich in ihren betrieblichen Entscheidungen und Handlungen zunehmend an den CSR-Kerngedanken. Hierbei lassen sich zahlreiche Aktionen, Programme und Maßnahmen beobachten, wenn sie auch unter weiteren Bezeichnungen wie Corporate Citizenship, Corporate Responsibility oder Nachhaltigkeitsmanagement diskutiert werden. Um alle CSR-Aktivitäten der Wirtschaft und die Best Practice gebündelt vorzustellen, wurde 2004 die Homepage „CSR – Unternehmen tragen gesellschaftliche Verantwortung“ durch BDI und BDA eingerichtet.

Alternative Regelung der CSR
Alternative Regelung der CSR

Die CSR-Aktivitäten der Wirtschaft erfolgen freiwillig und gehen über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. Trotz des zunehmenden freiwilligen Engagements der Wirtschaft werden auf der politischen Ebene zusätzliche Forderungen gestellt. So hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales vor kurzem angekündigt, dass die Wirtschaft im Zusammenhang mit der CSR stärker zur Verantwortung gezogen werden soll als zuvor. Auf EU-Ebene ist von verpflichtenden Standards und regulierten Sozial- und Umweltberichterstattungen oder von einem EU-Beauftragten für CSR-Angelegenheiten die Rede.

Zum Thema CSR haben sich 158 Befragte im Rahmen der aktuellen Welle des IW-Umwelt-Expertenpanels im Juni 2007 geäußert. Hieran beteiligten sich 118 Umweltexperten aus Unternehmen und 40 aus Unternehmensverbänden. Die Rücklaufquote betrug 77 Prozent. Die Wirtschaftsvertreter gaben ein deutliches Votum für die Freiwilligkeit der CSR ab: Zu 82 Prozent stimmten sie der Aussage zu, dass CSR auch weiterhin freiwillig bleiben sollte. Entsprechend eindeutig fiel die Ablehnung einer möglichen Regulierung der CSR per Gesetz oder Verordnung aus. Mehr als vier Fünftel der Befragten hielten dies für eine schlechte Lösung. Die Ernennung eines EU-Beauftragten für CSR-Angelegenheiten wurde nicht ganz so stark kritisiert. Sie ist aber auch keineswegs die Regelungsoption der Wahl.

In der aktuellen Diskussion wird auch argumentiert, dass es besser sei, wenn die Wirtschaft selbst die Kontrollfunktion übernehme. Zustimmung und Ablehnung halten sich hier in etwa die Waage. Allerdings lehnen auch diese Option 22 Prozent der Befragten vollständig ab. Des Weiteren wird überlegt, ob Unternehmen, die im Bereich der CSR aktiv sind, beispielsweise bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen bevorzugt werden sollen. Diese Idee erfährt ähnlich viel Zustimmung wie Ablehnung, wobei die Kritiker geringfügig in der Mehrheit sind. Unternehmen und Verbände beziehen leicht unterschiedliche Positionen. Genau die Hälfte der Verbandsvertreter lehnt eine entsprechende Bevorzugung vollständig ab; bei den Unternehmensvertretern ist es knapp jeder Dritte. Auch die Unternehmensgröße spielt hierbei eine Rolle: Während über die Hälfte der Unternehmen mit bis zu 10.000 Mitarbeitern der Berücksichtigung der CSR-Aktivitäten bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen positiv gegenüber steht, befürworten dies nur 38 Prozent der sehr großen Unternehmen. Die durchaus gewünschte Anreizwirkung einer solchen Maßnahme sollte jedoch nicht zu einer pauschalen Diskriminierung anderer Unternehmen führen.

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