Die tägliche Steuerlast ist bei 6,60 Euro gedeckelt. In den ersten Tagen wurde mit diesem System eine Verkehrsreduktion von knapp 20 Prozent erreicht. Auch in Deutschland interessieren sich Städte für die Einführung ähnlicher Bezahlsysteme, doch dass aus dem Stockholmer Modell Schlüsse für Deutschland gezogen werden können, ist unwahrscheinlich, da es viele Eigenarten enthält, die in der deutschen Öffentlichkeit wenig beachtet wurden.

So handelt es sich keineswegs um Maut im Sinne des Wortes. Eine Maut wäre eine Gebühr, bei der pro gefahrenen Kilometer im Mautgebiet ein gewisser Betrag zu zahlen wäre. Stattdessen handelt es sich um ein so genanntes Cordon Pricing: Um die Innenstadt wurde ein virtueller Kreis gezogen. Jedes Mal, wenn dieser überschritten wird, muss eine Steuer entrichtet werden. Wer den Kreis nicht überquert, kann in der Innenstadt so viel fahren wie er will – steuerfrei. Eine weitere Eigenart des Stockholmer Sys-tems besteht darin, dass es sich hier um eine Steuer handelt. Die Zahlung geht über das Finanzamt in den Reichshaushalt. Ein aus Datenschutzsicht bedenklicher Nebeneffekt besteht darin, dass in Schweden Steuern dem Öffentlichkeitsprinzip unterliegen. Das bedeutet, dass jeder die Steuerzahlungen einsehen kann, was in diesem Fall dazu führt, dass auch die Bewegungen des Steuerzahlers in gewissem Maße nachvollziehbar sind. Ausländische Fahrzeuge sind hingegen von der Steuer befreit. Aus Sicht der Stockholmer hat die Einbindung des Reiches aber auch viele Vorteile. So wurden die Investitionen von knapp 300 Millionen Euro aus der Reichskasse finanziert, und dort liegen auch die finanziellen Risiken. Überschüsse aus der Trängselskatt gehen jedoch an die Stadt Stockholm und werden zum ÖPNV-Ausbau verwendet.

Der Einführung der Trängselskatt war eine siebenmonatige Testphase vorausgegangen. Im Anschluss stimmten die Einwohner der Stadt Stockholm in einem Referendum über ihre Beibehaltung ab. Die Zustimmung betrug 51,7 Prozent. Doch dieses Ergebnis ist wenig aussagekräftig, da man die Bewohner der Umlandgemeinden nicht befragt hat, die einen Großteil des Steueraufkommens bezahlen. Nicht bindende Referenden im Umland legen nahe, dass die Trängselskatt abgelehnt worden wäre, wenn man alle Betroffenen befragt hätte.