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In dem am 28. Februar 2014 erschienenen Papier diskutieren die christlichen Kirchen wirtschaftsethische Konflikte zwischen Gewinn und Gewissen, Freiheit und Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Wachstum – eine gute Idee und keinesfalls eine Pauschalkritik an der marktwirtschaftlichen Ordnung. Wie das Papier betont, ist die vermeintliche Unvereinbarkeit von Ökonomie und Moral ein Trugschluss. Die Kirchen kommen zu dem Schluss, dass die Marktwirtschaft das bestmögliche, bisher bekannte System ist, „um unter den notorischen Knappheitsbedingungen des irdischen Lebens den Bereich der materiellen Bedarfsdeckung zu organisieren.“ Aber auch die Marktwirtschaft „erfüllt diese Aufgabe nur in unvollkommener Weise. Der Markt bedarf einer Rahmenordnung zum Schutz des freien und fairen Wettbewerbs sowie zum Schutz öffentlicher Güter und der Umwelt.“ Außerdem bedarf der Markt „staatlicher Sozialpolitik, um die gerechte Teilhabe aller sicherzustellen“, so die Kirchenvertreter.

Zu Recht beklagen die Kirchen, dass durch die Globalisierung der Märkte Lücken im ordnungspolitischen Rahmen entstanden sind. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass eine effektive Steuerfahndung heute nicht mehr an Landesgrenzen Halt machen kann. Zur Regulierung weltweiter Wirtschaftsbeziehungen braucht es eine globale Wirtschaftsordnung mit staatenübergreifenden Spielregeln. Auch wenn es auf globaler Ebene schwer fällt, einen Kompromiss zu finden, müssen die Länder dennoch gemeinsam daran arbeiten.

Dass sich die Mühen für eine globale Ordnung lohnen, bestätigt der internationale Gerechtigkeitsmonitor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (Grafik). Die Untersuchung der Gerechtigkeit in sechs Dimensionen kommt zu dem Schluss: Die Soziale Marktwirtschaft ist gerecht. Deutschland liegt im internationalen Vergleich auf dem siebten Rang. Auf den vorderen Plätzen liegen die skandinavischen Länder, aber keines der großen Industrieländer schafft den Mix aus wirtschaftlichem Erfolg und Gerechtigkeit besser als Deutschland.

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Ordnungspolitisches Statement
Ordnungspolitisches Statement, 20. September 2016

Jasmina Kirchhoff / Jochen Pimpertz Bewährtes schützt Vertraulichkeit und schafft VertrauenArrow

Der aktuelle Referentenentwurf zur Stärkung der Arzneimittelversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) schafft es nicht, die Weichen für den Gesundheitsstandort Deutschland zu stellen. Stattdessen sollten die Gesetzgeber auf Bewährtes vertrauen. mehr

Politik für digitale Transformation
Gastbeitrag, 9. September 2016

Michael Hüther in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Politik für digitale TransformationArrow

Wem gehören die Daten? Wie lassen sich Wettbewerbsprinzipien in der neuen digitalen Welt sichern? Ein systematischer Blick auf die unterschiedlichen Geschäftsmodelle zeigt, wo die Soziale Marktwirtschaft in Gefahr ist. Ein Gastbeitrag von IW-Direktor Michael Hüther in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. mehr